Berlin : Warten auf den "nationalen Schatz Amerikas"

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In einer so interessanten Stadt wie Berlin kann man nicht pünktlich sein. Und so warteten die Gäste geduldig auf Toni Morrison, zu deren Ehren die Amerikanische Botschaft einen Stehempfang gab. Der Leiter des Jüdischen Museums, Michael Blumenthal, war ebenso gekommen wie Hans-Georg Knopp vom Haus der Kulturen der Welt, dazu Professorinnen und Professoren der Berliner Universitäten sowie Fellows der American Acamedy. Als die Literaturnobelpreisträgerin von 1993 erschienen war, schob ihr Christine Elder, Kulturattaché der amerikanischen Botschaft, gleich einen Stuhl hin und erklärte: "Sie hatte einen verrückten Tag." Einen eindrucksvollen wohl vor allem. Gemeinsam mit Rita Süssmuth hatte Toni Morrison zuvor den Reichstag besichtigt und war voll des Lobes. So ein menschenfreundliches Regierungsgebäude! Viele Leute seien da herumgelaufen, "sogar Familien mit Kindern", schwärmte sie. Einfach "exciting", wie die ganze Stadt, fügte sie hinzu und rieb sich verstohlen die schmerzenden Füße. Ihr gerade erschienenes Buch "Paradies" lag nicht aus, aber einige der Gäste trugen es unter dem Arm. So auch Hellmuth Karasek, der später im Delphi-Kino die einführenden Worte zu Toni Morrisons Lesung sprach. Natürlich war die Veranstaltung lange im voraus ausverkauft, denn schließlich ist Toni Morrison nicht nur , wie Christine Elder es nannte, "ein nationaler Schatz Amerikas", sondern längst eine international hoch dekorierte Frau.

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