Berlin : Warteschlangen am Brückentag

Der öffentliche Dienst war auf Feiertag eingestellt. Einige Kantinen blieben auch gleich geschlossen

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Der Brückentag zwischen Himmelfahrt und Wochenende: eine gute Gelegenheit, endlich das Auto an oder die Wohnung umzumelden. Soweit die Idee. Die Realität sah gestern teilweise anders aus.

Beispielsweise im Bürgeramt im Spandauer Rathaus. Halb elf morgens. Drei der zehn Beratungsplätze sind besetzt. 30 Menschen warten. Um ein Uhr mittags endet die Sprechstunde erst, aber es gibt keine Wartenummern mehr. Die Ausgabe habe wegen der „aktuellen Personalsituation“ eingestellt werden müssen, steht auf einem Schild am Automaten. Unaufschiebbare Fälle dürfen sich am Info-Tresen melden, den anderen Fällen empfiehlt man die Außenstellen in Kladow und der Wasserstadt. Man dankt fürs Verständnis. Eine Mitarbeiterin spricht von einem „ganz normalen, durch Urlaub und Krankheit von Mitarbeitern bedingten Vorgang, der nichts mit dem Brückentag zu tun hat“. Die Nummernausgabe werde immer umgestellt, wenn mehrstündige Wartezeiten absehbar seien.

Kaum jemand sucht dagegen Rat im Spandauer Sozialamt an der Flankenschanze. Das ist auch besser so. Denn Stadträtin Birgit Bialkowski (SPD) ist krank, Amtsleiter Thomas Fischer hat Urlaub. Von denen, die keinen Urlaub haben, sieht sich niemand zur Auskunft berechtigt. Also hält Vizebürgermeisterin Ursula Meys (SPD) die Stellung.

Fünf nach zwölf. Seit fünf Minuten ist die Wartenummernausgabe der KFZ-Zulassungsstelle in der Kreuzberger Friesenstraße geschlossen. „Alles wie immer“, sagt eine Schalterdame. Kurz öffnet sie die Tür. „Gleicher Andrang, gleiche Wartezeiten – ein bis zwei Stunden sind die Regel.“ Und gleiche Öffnungszeiten. Tür zu.

„Wir hatten heute etwa 350 Leute“, sagt Ariane Laenger vom Bürgeramt in Prenzlauer Berg. „Guter Durchschnitt.“ Dito die Stunde , die man wartet, um einen Ausweis zu beantragen. Bei den Kollegen in der Charlottenburger Otto-Suhr-Allee ist alles anders als sonst an Freitagen. Kurz nach 13 Uhr stehen 30 Menschen im Gang. Eigentlich hätte die Behörde zu. Aber wer wartet, kommt dran.

Eine Sonderregelung für Brückentage im öffentlichen Dienst gibt es nicht. Die Vorgesetzten können Urlaub genehmigen, wenn die Arbeitsabläufe nicht leiden. Das gilt laut Innenverwaltung auch bei Publikumsverkehr. Wie viele Beamte an Brückentagen frei nehmen, dazu gibt es keine Statistiken. Aber es gibt Kantinenwirte. Im Rathaus und in der Innenverwaltung blieb die Küche kalt. Es wurden kaum Gäste erwartet.du-, mne, sik

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