Berlin : Warum will eine Stiftung das Strandbad sanieren?

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Noch arbeiten Sie am Brandenburger Tor. Was reizt Sie an der Modernisierung einer Badeanstalt?

Nach diesem staatstragenden Monument steht es der Stiftung Denkmalschutz gut an, etwas für den Bürger zu machen. Das Strandbad hat einen praktischen Nutzen – aber es ist ebenso ein Denkmal in Not. Als größte Binnenbadeanstalt Europas ist es auch sehr bekannt.

Was muss saniert werden?

Die Gebäudesubstanz ist in Teilen marode. Sonnenterrassen mussten entfernt werden, weil sie den Leuten sonst auf den Kopf gefallen wären. Gebäude müssen teilweise aus alten Materialien neu errichtet oder saniert werden. Das kostet bis zu 12 Millionen Euro.

Wer trägt die Kosten der Bauarbeiten?

Sponsoren. Ungefähr zwei Drittel des Geldes stünde bereits zur Verfügung.

Können Sie n nennen?

Nein, da bitte ich um Verständnis.

Wie weit sind Sie mit den Verhandlungen?

Wir sind seit etwa einem Jahr mit dem Projekt befasst und verhandeln mit verschiedenen Senatsbehörden. Jetzt müssen die darüber entscheiden.

Denkmalschutz ist eine öffentliche Aufgabe: Sie sanieren mit privatem Geld – liegt darin die Zukunft?

Nein, aber ich glaube, das wir als Bürger bei leeren Haushaltskassen nicht immer nur nach dem Staat rufen können. Es lässt sich auch eine Menge durch Eigeninitiative bewegen. Erst vorgestern hat die Stiftung die Waldkapelle in Hessenwinkel übergeben.

Die Restaurierung des Brandenburger Tores wird über das Riesenposter der Telekom finanziert. Was haben sie am Wannsee vor?

Alle denken nun, wir packen das Strandbad ein – das bringt aber nichts. Über die konkreten Pläne haben wir mit dem Senat Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Diesmal werden die Sponsoren anders auftreten. Lassen sie sich überraschen.

Irgendeinen Sponsoring-Gag wird es aber geben?

Selbstverständlich.

Das Gespräch führte Tobias Arbinger

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