Berlin : Was Ärzte empfehlen

Rekordbeteiligung: Über 1600 Mediziner sagten ihre Meinung zu Berlins Krankenhäusern

Carl-Christoph Henkel[IGES Institut Berlin]

Neben Fallzahlen und Qualitätsdaten bietet der Klinikführer auch die Ergebnisse einer Umfrage unter niedergelassenen Ärzten Berlins, die im Herbst 2009 erfolgte. Die Mediziner gehörten unter anderem folgenden Fachgruppen an: Gynäkologen, Kinderärzte und Orthopäden.

4439 Ärztinnen und Ärzten erhielten einen Fragebogen, mit dem um Klinikempfehlungen für bestimmte Behandlungen gebeten wurde. Die Indikationen waren den Fachgruppen zugeordnet, von denen sie üblicherweise behandelt werden.

Zu jeder der Behandlungen konnte der Arzt zunächst Kliniken nennen, die er seinen Patienten empfehlen würde. Dabei sollten bis zu drei Krankenhäuser je Indikation genannt werden. Darüber hinaus konnte der Arzt eine Extraempfehlung für eine Einrichtung abgeben, die er im Bedarfsfall selbst wählen oder Angehörigen anraten würde. Mit dieser Zusatzfrage wird erreicht, dass die besonders geschätzten Behandlungszentren zweimal genannt und so in der Auswertung stärker berücksichtigt werden konnten.

Für die Datenaufbereitung wurden alle zu einer Indikation abgegebenen Empfehlungen – also bis zu vier – gezählt. Anschließend wurde berechnet, welcher Anteil der Gesamtsumme aller Empfehlungen auf das entsprechende Krankenhaus entfiel. In der Auswertung wurden nur Empfehlungen für die Häuser berücksichtigt, die dem Berliner Stadtgebiet angehören und die die vorgegebenen Indikationen aktuell behandeln.

Bei der Durchführung der Befragung wurde ein Verfahren angewandt, das sicherstellt, dass die Ergebnisse durch regional unterschiedlich hohe Antwortbereitschaften der Ärzte weniger beeinflussbar sind. Das Berliner Stadtgebiet wurde in Regionen – sogenannte Sampling Points – mit einer vergleichbaren Anzahl an Medizinern bestimmter Fachrichtungen eingeteilt. In der Folge wurden die eingehenden Antworten diesen Regionen zugeordnet.

In Regionen mit schwachem Rücklauf wurden die angeschriebenen Ärzte, die auf die Befragung nicht reagiert hatten, per Telefon um Mitwirkung gebeten. Durch die Kombination aus schriftlicher und telefonischer Erhebung wurde eine gleichmäßige Beteiligung der Ärzte in den Regionen der Stadt erreicht. Ziel der Befragung war ein Rücklauf von mindestens 30 Prozent pro Sampling Point, was 1332 befragten Ärzten entspräche.

Diese Zielmarke wurde deutlich überschritten. Insgesamt beteiligten sich 1629 Ärzte an der Umfrage, was einer Rücklaufquote von 37 Prozent entspricht. Im Vergleich zu anderen Befragungen dieser Art ist eine Quote in dieser Größenordnung als außergewöhnlich hoch einzustufen und stellt eine gute Basis für den Berliner Klinikvergleich dar.

Carl-Christoph Henkel,

IGES Institut Berlin

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