Berlin : Was auch gebaut wird: Bis 2010 dauert’s wohl

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Bund und Land müssen beim Schlossplatz und seiner künftigen Gestaltung an einem Strang ziehen und zwar in dieselbe Richtung. Bei der Übertragung des Staatsratsgebäudes an das Land Berlin haben sie einen wichtigen Schritt getan und zumindest diese Flanke des Schlossplatzes gesichert. Die Richtung bestimmt, wer das Geld hat, und das ist der Bund, dessen führende Vertreter das Aussehen des öden Geländes offenbar mehr zu stören scheint. Aber auch die Berliner Bevölkerung, das ergab eine Umfrage vom Vorjahr, ist unzufrieden und will mehrheitlich den Aufbau eines schlossähnlichen Gebäudes. Aber entscheiden werden letztlich die Spitzenpolitiker und Bundestag und Abgeordnetenhaus. Heute wird ein Versuch unternommen, ein gemeinsames Ziel zu fixieren und zu versichern, die Empfehlungen der Expertenkommission ernst zu nehmen. Eine Vielzahl von „Prüfaufträgen“ muss bewältigt werden. Richtig richtig ernsthaft werden die Weichen vermutlich erst nach der Bundestagswahl gestellt werden können. Mit einem Abriss des in wenigen Wochen vom letzten Asbest befreiten Palastes der Republik kann frühestens 2003 gerechnet werden, ein Architektenwettbewerb ist nicht vor 2004 zu erwarten, frühestens ein Jahr später der Baubeginn möglich. Es müssen zuvor private Investoren gefunden werden, die sich an dem Projekt beteiligen. Wegen der gewaltigen Baumasse dürfte der Neubau nicht vor 2010 fertig sein. Im Idealfall, wenn für das Projekt wirklich auch rechtzeitig Gelder zur Verfügung gestellt werden können. Bundestagspräsident Wolfgang Thierse kann sich eine Debatte über den Schlossplatz noch in dieser Legislaturperiode vorstellen, für eine positive Entschließung zur Empfehlung der Kommission könne sich eine Mehrheit finden. Der Bund sei jetzt in der Pflicht.C. v. L.

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