WAS AUS DEN KINOS GEWORDEN IST : Wo man einst Filme sah, gibt’s heute Partys

Der Eintritt kostete wenige Pfennige, die Kinos waren ein Treffpunkt für den ganzen Kiez. Der Charme der Kinos im ehemaligen Ostteil der Stadt hat sie aber nicht immer vor dem Verfall oder dem Verkauf retten können. Das Capitol zum Beispiel stand 17 Jahre lang leer, bevor es saniert wurde. Auch andere Kinos haben nach der Wende Veränderungen erfahren. Eine Auswahl:

Tivoli

Manche sagen, dass hier in Pankow die Geburtsstunde des Filmes war. Die Gebrüder Skladanowsky zeigten 1895 in der Kneipe Feldschlösschen ihre ersten Filme. 1925 wurde der Bau durch einen Kinosaal ersetzt, der 400 Zuschauern Platz bot. Eine Sanierung 1960 veränderte das Kino ein weiteres Mal. 1994 flimmerten die letzten Bilder über die Leinwand. Nun sind hier ein Jugendclub und ein Supermarkt untergebracht.



Sojus

Letztes Opfer der Kinoschließungen war das Sojus in Marzahn. Das 1981 zwischen die Plattenbauten gesetzte Flachdachgebäude musste den Kinobetrieb schon einmal 1999 beenden. Dann wurde es von der K-Motion-Gruppe weitergeführt. Im Oktober dieses Jahres kündigte die Gruppe das Ende des Kinos an.



Kosmos

Das Haus an der Karl-Marx-Allee war im Gegensatz zu den anderen nicht klein: Über 1000 Besucher fanden im großen Saal Platz. Nach der Wende schien es für den 1962 eröffneten Bau nach oben zu gehen. 1996 eröffnete das Kosmos mit neun weiteren Sälen als erstes Multiplex der Stadt. 2005 wurde allerdings das Aus verkündet. Inzwischen ist es eine Party- und Veranstaltungsstätte.



Krokodil

Das kleine Ladenkino besteht noch und hat gezeigt, dass man auch mit dem Wandel gehen kann. Das Kino in der Greifenhagener Straße hat sich eine Nische erobert und zeigt russische und osteuropäische Filme in Originalsprache mit Untertiteln. Schon 1912 gab es in dem Haus ein Kino, das noch bis 1963 bestand. Nach der Wende wechselte das kleine Kino mit 75 Plätzen mehrfach den Betreiber, bis sich 2004 das Krokodil festbiss. mj

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