Berlin : WAS BAURECHT IST

Bebauungsplan.

Um festzulegen, wie ein neues Gebäude aussieht, hat die Bauverwaltung mehrere Instrumente. Das gängigste ist ein Bebauungsplan, der festlegt, wie hoch es sein und wie viel Fläche es haben darf und wie es genutzt wird (zum Beispiel als Wohngebäude).

Gestaltungssatzung. Sehr viel restriktiver ist eine sogenannte Gestaltungssatzung. Sie kann bis in Details vorschreiben, was Bauherren alles zu beachten haben: von der Neigung des Daches bis zu den zu verwendenden Baumaterialien. Solche Satzungen können sogar regeln, ob Hecken in Vorgärten erlaubt sind, oder wo die Mülltonnen zu stehen haben.

Streit um Vorschriften. Der Senat hat bisher Gestaltungssatzungen formuliert für den Pariser Platz und Unter den Linden. Darin wurde festgelegt, wie sich der Anteil zwischen Stein und Glas an einer Fassade zu verhalten hat, oder wie groß die Buchstaben für Leuchtreklamen sein dürfen. Beide Satzungen produzierten Streit – etwa um den Baldachin vor dem Hotel Adlon. Laut Satzung nicht möglich, brauchte es erst eine Ausnahmeregelung. Die Satzung für den Pariser Platz wurde immer als zu starr empfunden – der einzige Bauherr, der sich übrigens nicht daran hielt, war der Senat selber, mit der Glasfassade der Akademie der Künste. Für die historische Mitte soll es nun eine neue Satzung geben.

Baukollegium. Um Qualität in der Architektur zu sichern, berief die Senatsbaudirektorin ein Baukollegium, das im Oktober zum ersten Mal tagen soll. Dem Gremium gehören neben den Berlinern Hilde Léon und Claus Anderhalten auch die Leipziger Stadtplanerin Iris Reuther sowie Daniel Niggli aus Zürich und Adolf Krischanitz aus Wien an. Krischanitz kennt Lüscher bestens: Sie arbeitete einst für ihn als Architektin. oew

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