Berlin : Was hat der Fernsehmoderator Lippert mit dem Friedrichshager Filmtheater vor?

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Das Rätselraten um die Zukunft des Friedrichshagener Kinos "Union" geht weiter. Nach Aussage des gleichnamigen Bürgervereins betreibe der Eigentümer, Fernsehmoderator Wolfgang Lippert, "eine unseriöse Hinhaltetaktik".

So habe sich Lippert immer noch nicht zum baulichen Konzept geäußert, das ihm Vereinsmitglieder im August zukommen ließen. "Bei einem Vor-Ort-Termin vor einigen Wochen hat er sogar behauptet, er kenne das Material nicht", berichtet der Friedrichshagener Michael Schölzel verständnislos. "Wir fühlen uns verschaukelt." Außerdem habe der Hauseigentümer bislang weder einen Antrag auf Fördermittel für die Sanierung des Gebäudes gestellt noch Experten der Senatsbauverwaltung in schriftlicher Form den Zugang zum Kino ermöglicht, erklärt Marion Gusella vom Verein. Doch das sei unerlässlich, um ein Gutachten über den derzeitigen Zustand des "Union"anfertigen zu können. "Schließlich ist es uns erst danach möglich, eine ökonomische Planung vorzunehmen", betont Gusella.

Auf dieses noch fehlende wirtschaftliche Konzept hat sich Lippert bislang immer berufen und erklärt, erst wenn das vorliege, werde er sich zur Zukunft des Hauses äußern. Er war in den vergangenen Tagen nicht für eine neue Stellungnahme zu erreichen.

Wie berichtet, kaufte Lippert das beliebte Kiez-Kino bereits vor fünf Jahren von der Treuhand. Damals wollte er das denkmalgeschützte Haus attraktiver gestalten und einen Mix aus Kino und Kleinkunstveranstaltungen bieten. Inzwischen ist das Haus geschlossen, und Lippert stellte beim Bezirk einen Abrissantrag, um ein Wohn- und Geschäftshaus zu errichten. Baustadtrat Oliver Scholz (CDU) rechnet bis Jahresende mit einer Entscheidung, sagte er gestern. Köpenicks Kommunalpolitik hatte sich in den vergangenen Monaten immer wieder für die Erhaltung des Kinos ausgesprochen. Doch erreicht worden sei bislang eigentlich nichts, resümiert Schölzel vom Verein. So gab es zwar Gespräche, aber keine Ergebnisse. Anfang Oktober soll es zum Thema "Union" ein Treffen mit der Senatskulturverwaltung geben, sagt Baustadtrat Scholz.

Schölzel kann die passive Haltung des Eigentümers nicht verstehen. "Wir haben ihm einen potentiellen Käufer und eine Betreiberin vorgestellt, aber er zeigte wenig Interesse." Die mögliche Betreiberin würde, anders als ein vor Monaten ins Spiel gebrachter Unternehmer, keinen Anbau, sondern einen zweiten, etwa 70 Plätze fassenden Saal errichten. Das hätte den Vorteil, dass diese Baumaßnahmen von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt würden.

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