Berlin : Was hat TV-Moderator Lippert mit dem Köpenicker Traditions-Lichtspielhaus vor?

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Die Zukunft des Kinos "Union" an der Friedrichshagener Bölschestraße ist immer noch unklar: Zu dem baulichen Konzept, das der Bürgerverein "Kino Union" Anfang August für das denkmalgeschützte Gebäude vorlegte, hat sich der Eigentümer, TV-Moderator Wolfgang Lippert, bisher nicht geäußert. Er warte noch auf das längst fällige wirtschaftliche Konzept der Friedrichshagener, sagte Lippert auf Anfrage. Erst dann könne man konkret entscheiden, ob und wie das Filmtheater weiterbetrieben werden kann.

Dem Verein sind derzeit allerdings die Hände gebunden. Erst wenn Bauexperten das Haus an der Bölschestraße begutachtet und bewertet haben, sei es möglich, eine ökonomische Planung vorzunehmen, sagt ein Vereinsmitglied. Denn dann stünden auch die Fördergelder fest, die das Land Berlin für den Umbau des Filmtheaters zahlt. Wie berichtet, wird die Senatsbauverwaltung aber nur Baumaßnahmen am vorhandenen Gebäude finanziell unterstützen. Für einen Neubau müsste der Eigentümer selber aufkommen, erklärt Petra Reetz von der Senatsbauverwaltung. "Aber Lippert muss sich erst einmal entscheiden, ob er diesen Weg überhaupt gehen möchte", sagt die Pressesprecherin. Sie geht davon aus, dass es noch in diesem Monat ein Gespräch dazu mit allen Beteiligten gibt.

Ob der Moderator, der vor fünf Jahren die Friedrichshagener Immobilie von der Treuhand-Liegenschaftsgesellschaft erworben hatte, jetzt tatsächlich einlenkt und seine Abrisspläne verwirft, bleibt abzuwarten. Er wollte anstelle des Kinos ein Wohn- und Geschäftshaus errichten lassen, scheiterte aber bislang am Widerstand der Anwohner. Doch inzwischen schaut er sich offensichtlich gemeinsam mit dem Berliner Unternehmer Andreas Schaffner, den der Verein als möglichen "Union"-Betreiber ins Spiel brachte, nach einem anderen Kino-Standort um. Schaffner sagte zwar, dass die Pläne für ein "Union"-Kino keineswegs vom Tisch seien, gab aber zu, parallel mit anderen Interessenten über zwei Standorte in Köpenick zu verhandeln. "Wir wollen beide Kino machen, weil es uns Spaß macht, aber es muss sich auch rechnen", so Schaffner.

Dem Verein sind solche Entwicklungen "völlig neu". Aber man sei nicht auf Schaffner angewiesen. Es habe bereits Gespräche mit Betreibern gegeben, denen der vorhandene Altbau zum Kinomachen ausreiche, sagte ein Friedrichshagener. Lippert wollte sich dazu nicht äußern.

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