Berlin : Was ist modisch am Beckenrand? Wer schön sein will, trägt "Retro"

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Eine Badehose zu kaufen scheint eine simple Sache: Rein ins Kaufhaus, drei, vier Modelle anprobieren, Geld hinlegen, raus aus dem Kaufhaus. Man kann es aber auch kompliziert haben. Das Internet bietet die Wahl unter dutzenden virtueller Modeshops. Bei wasserstoff.online.de etwa präsentiert ein muskelbepackter Taucher eine schlichte Schwimmhose, die es immerhin in sieben Farben, darunter in Azur, Mohn und Kiwi, gibt. Bei den Damen sticht das "Bikini-Bustier mit Safety-Bag" in Schilfgrün heraus, das für die Video-Spiel-Heldin Lara Croft konzipiert sein könnte. Unter www.boo.com kann man die Badeklamotten sogar einer virtuellen Schneiderpuppe überziehen.

Was ist nun aber genau die 2000er-Mode am Beckenrand? "Bei den Männern ist der Look der Badehose ruhiger geworden", sagt Michael Scheibe, Sprecher der Karstadt Warenhaus AG. Seinen Chefeinkäufern zufolge ist die Männerbadehose seltener bedruckt als in den vergangenen Jahren, Modefarben der Wintersaison wie Anthrazit und Silber "schlagen im Sommer durch", sagt Scheibe. Noch immer in Mode sei der an Opas Badehose erinnernde "Retro-Look". "Die Slip-Form verdrängt er aber nicht." Retro ist auch der Badeanzug für Männer.

"Boy-Short-Form" heißt der Retro-Look bei den Frauen. Das schmale Bikini-Höschen und der klassische Badeanzug sind aber weiter gefragt. Modefarben sind kräftiges Pink, Türkis und Apfelgrün. Die Materialien sind bei den Frauen aufwendiger verarbeitet, Glanzeffekte und Stickereien wird man demnächst häufig sehen. Bei der Frage "Badeanzug oder Bikini?", entscheiden sich übrigens 70 Prozent der Kundinnen für den Einteiler. Nur bei Hitzewellen geht der Bikini-Absatz steil nach oben.

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