Berlin : Was kosten in Deutschlanddie Kitas? Ein Städtevergeleich

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Fast jede Stadt in Deutschland legt die Kostenbeteiligung der Eltern an einem Krippen, Kindergarten- oder Hortplatz nach eigenem Ermessen fest. In Dresden und Leipzig zum Beispiel gibt es Einheitsgebühren; sozial Bedürftige müssen weniger zahlen. In Hamburg, Potsdam (und jetzt auch in Berlin) sind die Kostentabellen in 30 bis 40 Einkommensstufen unterteilt. Die meisten Kommunen begnügen sich mit gröberen Rastern. Üblich sind spürbare Ermäßigungen für Familien, die mehrere Kinder aufziehen. In Köln müssen Eltern, die mehr als ein Kind gleichzeitig zu betreuen haben, nur einen Kostenbeitrag leisten. In anderen Städten muss das Mittagessen extra bezahlt werden.

Allgemein gilt: Krippen sind teurer als Kindergartenplätze; neben den Ganztagsplätzen wird Betreuung halbtags oder sogar nur für vier Stunden angeboten – bei entsprechend ermäßigter Kostenbeteiligung. Über die Qualität der Kitas und über den Versorgungsgrad sagen die Kostentabellen der Kommunen natürlich nichts aus. Vergleicht man die neue Elternbeteiligung mit den Kostensätzen in anderen Großstädten, ergibt sich folgende Tendenz: In den unteren Einkommensbereichen liegt Berlin sehr günstig. Bei den mittleren Einkommen gleicht sich die Hauptstadt dem bundesdeutschen Durchschnittsniveau an. Nur die Spitzenverdiener sind künftig bei der Kita-Kostenbeteiligung bundesweit Spitze.

Der Versorgungsgrad mit Krippen- und Kita-Plätzen ist in Berlin erheblich höher als in anderen Städten. 28 500 Kinder werden in Krippen versorgt. Außerdem kümmern sich 1570 Tagesmütter um rund 4900 Kinder. Öffentliche und freie Kindertagesstätten bieten derzeit fast 140 000 Kindern einen Platz. Das Angebot teilt sich in 800 städtische Kitas und 1200 Einrichtungen freier Träger, die kostengünstiger als städtische Kitas sind. In städtischen Kitas werden 94 000 Kinder versorgt, freie Einrichtungen bieten 46 000 Plätze. Vermutlich werden wegen der höheren Kosten mehr Eltern ihre Kinder in freien Einrichtungen anmelden. Der Senat will, dass 2006 etwa 70 Prozent der Plätze von Paritätischem Wohlfahrtsverband und Diakonie angeboten werden. za / wvb.

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