Berlin : „Was liegt im Argen bei den Kitas?“

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Der Landeselternausschuss ruft für heute zur Demonstration auf. Was liegt im Argen bei den Kitas?

Der Standard in den Berliner Kindestagesstätten ist jetzt schon sehr schlecht. Wenn er noch schlechter wird, sehe ich die Kita nicht mehr als Bildungseinrichtung, sondern nur noch als Verwahranstalt.

Was erwarten Sie vom Senat?

So wie es aussieht, sagt der Senat ganz klar, dass er am Haushaltsgesetz nichts mehr ändern und die Kürzungen durchziehen will. Das werden wir nicht hinnehmen, auch wenn der Haushalt verabschiedet ist. Im Herbst sind Wahlen, und dann wissen wir auch unsere Empfehlungen zu geben.

Was können Sie als Landeselternausschuss noch tun?

Die Eltern überlegen wieder, eine „Umverteilungsaktion“ zu starten. Das bedeutet, dass die Kita-Beiträge nicht dem Senat überwiesen, sondern auf einem Sonderkonto geparkt werden. So eine Aktion gab es schon einmal vor ein paar Jahren, als die Kitabeiträge von zehn auf zwölf Zahlungen im Jahr erhöht wurden. Diesmal ist die Situation so schlecht, dass ein solches Vorhaben bestimmt auf eine größere Resonanz bei den Eltern stoßen würde.

Sie haben auch die „Aktion Mängelliste“ ins Leben gerufen, mit der Sie zu Spenden für die Kitas aufrufen. Welche Dinge fehlen besonders?

Die Spielgeräte sind absolut veraltet. Wichtig ist ebenfalls, dass es Bücher nach neuer Rechtschreibregelung in den Kitas geben muss. Damit die Kita eine Bildungseinrichtung sein kann, müssen solche Sachen einfach auf dem neuesten Stand sein. Die Kürzungen halten ja bereits seit zehn Jahren an und haben ihre Spuren hinterlassen. Wenn wir Eltern da nicht helfen würden – was eigentlich auch einem verdeckten Elternbeitrag entspricht –, dann sähe es ganz traurig aus in den Kitas.

Waren Sie denn bisher schon erfolgreich mit Ihrer Aktion?

Unter anderem konnten wir den Berliner Cornelsen-Verlag gewinnen, der sponsert insgesamt 25 Buchpakete à 40 Euro für Berliner Kitas. Die werden wir dann heute verlosen.

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