Was macht die Familie? : Die Ferien ausklingen lassen

Wie ein Vaterdie Stadt erleben kann

von

Das letzte Ferienwochenende. Etwas Schönes zum Ausklang, das wäre klasse. Ein Schlusspunkt. Am Montag geht schließlich der Alltag wieder los. Aber was kann man da noch toppen? Wir sind mit dem Auto kreuz und quer durch Norditalien gefahren, ohne festes Ziel. Wir haben den Petersdom bestaunt, sind abends auf den Schiefen Turm von Pisa gekraxelt, waren fast jeden Tag Eis essen, haben in Portofino tatsächlich keinen Tisch bekommen, aber dafür in Santa Margherita Ligure die beste Pasta der Welt. Wir sind auf dem Gardasee Motorboot gefahren und in Bozen mit der Seilbahn auf den Ritten. Und jetzt war Leo auch noch fast drei Wochen bei seiner Omi in Bayern. Verwöhnwochen. Mit Schokolade, Chips, Fernsehen.

Für mich war das eine merkwürdige Zeit. Ein Vorgeschmack. Das erste Mal seit den gut neun Jahren, die Leo auf der Welt ist, hatte ich eine Ahnung, wie es wird, wenn er dann irgendwann auszieht. Nein, der Gedanke kommt nicht zu früh. Die ersten neun Jahre waren so schnell vorbei, die nächsten werden es auch sein. Die gute Nachricht ist: Das Leben ist auch schön, wenn ich nicht in der Vaterrolle bin. Niemand will Frühstück (außer mir). Niemand muss in die Schule gefahren werden. Niemand muss angemeckert werden. Ich kann vor der Arbeit Golfbälle abschlagen oder einen langen Lauf machen, abends mit Ute Korean Barbecue ausprobieren, ich kann Musik hören und lesen, bis ich nicht mehr mag.

Das ist schon schön. Aber was habe ich ihn vermisst! Morgen hole ich ihn endlich ab. Toppen? Kann man die Ferien nicht, muss man auch nicht. Wir lassen sie ruhig ausklingen. Leo nimmt sein Zimmer in Beschlag, schaut bei Jakob vorbei. Ich mache ihm Eierkuchen. Vielleicht sehen wir uns gemütlich eine DVD an: „Das Streben nach Glück“ mit Will Smith und seinem Sohn Jaden hat Leo noch nicht gesehen. Im Urlaub hat er sich so ähnliche Zöpfe gemacht wie Jaden sie trägt. Der Film gefällt ihm bestimmt. Und nächste Woche unternehmen wir mal was nach der Schule. Ins Museum, dann ein Eis? Moritz Döbler

„Von Drachen und Helden“ heißt eine Ausstellung in der Kindergalerie im Bode-Museum, Am Kupfergraben 1 in Mitte (geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr). Der Eintritt für das ganze Museum kostet acht Euro, ermäßigt vier (Kinder frei). Und das Eis gibt es um die Ecke bei „Bandy Brooks“ im Domaquarée.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben