Was macht die Familie? : Modisch sündigen

Wie eine Mutter die Stadt erleben kann

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Meine Tochter beschäftigte sich in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mit meiner Vergangenheit. Sie musste sie nämlich digitalisieren. Bei mir stand ein runder Geburtstag an. Das bedeutete, dass etliche meiner Freundinnen in diesem Jahr ebenfalls die große Null feierten. Und gern überreicht man doch zu so einem besonderen Geburtstag etwas Persönliches. Was eignet sich besser als Erinnerungsstücke aus gemeinsamen Tagen?

Früher schenkten wir uns Mixtapes unserer Hits, heute stellen wir eher CDs zusammen. Es ist ja auch so einfach, sich die alten Songs wieder ins Haus zu holen, iTunes macht’s möglich. Dabei ist Charlotte bedeutend versierter und schneller als ich. Mit wenigen Klicks und meinem iTunes-Guthaben lädt sie unsere früheren Favoriten von Stevie Wonder, Barry White, David Cassidy, America oder Roxy Music für meine wild gemischte Compilation „When we were young“ runter. Manches findet meine 15-jährige Tochter absolut unhörbar. Anderes wiederum ausgesprochen gut – „Mexico“ der Les Humphries Singers etwa. Als sie jedoch hört, wer bei denen unser Lieblingssänger war, verzieht sie ziemlich angewidert das Gesicht: Jürgen Drews nämlich, inzwischen der König von Mallorca, zu Hause am Ballermann.

Charlotte hilft mir auch bei Collagen alter Fotos und kommt manchmal aus dem Lachen nicht mehr raus. Grund sind natürlich die Outfits von meinen Freundinnen und mir in den siebziger und achtziger Jahren. Zunächst Hippiekleider, gefärbte bollerige Latzhosen, Alpaka-Pullover und Ponchos. Später enge Miniröcke, breite Schulterpolster und Karottenhosen, dazu eine schicke Föhnfrisur wie Nena in ihren jungen Jahren. Tja, Kind, lach du nur. Irgendwann kommen alle Modesünden wieder. Vielleicht stehst du schon bald mit deiner ersten Karottenhose da; die sind nämlich derzeit durchaus im Trend. Und dann? Dann lache ich. Sigrid Kneist

Teenies warten mit Spannung darauf, dass im Spätsommer das Label Bershka am Ku’damm endlich einen Shop, den ersten in Deutschland, aufmachen will. Bis es soweit ist, trösten sie sich mit Accessorize/Monsoon, Tauentzienstraße 13.

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