Was macht die Familie? : Nagellack für Normalos

Wie eine Mutterdie Stadt erleben kann.

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Seit einem halben Jahr sind Jan und Josefine auf dem Gymnasium, und es gefällt ihnen prima dort. Um nichts in der Welt wünschen sie sich die Grundschulzeit zurück, dafür fühlen sie sich als Zwölfjährige nun wirklich zu groß. Nur ihre alten Klassen, die fanden sie besser im Vergleich, denn dort gab es noch den großen Zusammenhalt und keine Aufsplitterung in Gruppen, wie es bei einer Schar von 31 Schülern kaum verwundern kann. Auf dem Gymnasium, da gibt es Cliquen wie die Zocker, die Zicken oder die Normalos. Klar, wo sich Jan und Josefine einsortieren. Was also das Daddel-Pensum mit dem iPod oder die Häufigkeit des Farbwechsels beim Nagellack betrifft, sehen sich die beiden absolut im mittleren Bereich

Mama, chill mal, rufen sie vereint, wenn ich damit drohe, Jans iPod zu konfiszieren, oder Josefine morgens zur Eile antreibe, weil sie mit dem Glätteisen für die Haare und der Puderquaste einfach nicht fertig wird. Andere dürfen das viel länger, erklären sie dann mit einem treuherzigen Augenaufschlag, der nicht wirklich beruhigend wirkt. Sicher, der Besuch in einem Beauty-Salon hat das Naturkind Josefine nicht vertreiben können und für das Spielen auf einer Playstation muss Jan immer noch einem Freund besuchen gehen. Aber was ist denn nun das richtige Maß? Der Kajalstift als einziges Schmink-Utensil wie in eigenen Jugendzeiten kann kaum die Richtschnur sein.

Das schier unerschöpfliche Reservoir an Nagellacken, dazu wahlweise Perlen, Glitzer, Schlieren eröffnet dafür unendliche Möglichkeiten für Geschenke, die – kreisch! – jedes Mal Erfolg versprechen. Das weihnachtliche Wichteln wurde da zur Farblotterie, bei der es jedoch nicht immer mit rechten Dingen zuging. So instruierte eine junge Dame ihren Julklapp-Galan, was sie sich genau wünschte und wollte sogar noch Geld drauflegen, weil ansonsten das Preislimit überschritten wäre. Als dessen Mutter davon Wind bekam, schritt sie beherzt ein und verordnete einen Normalo-Nagellack. Der soll auch sehr schön ausgesehen haben. Nicola Kuhn

Christina Maria Alex (www.schoeneberg-kosmetik.de, Regensburger Str. 32) bietet Behandlungen auch für Teenager an.

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