Berlin : WAS PROFIS SAGEN Es singt und schwingt und klingt

Prominente zeigen ihr Lieblingsbild aus der MoMA-Schau: Cellist Jan Vogler mag „Nummer 10“ von Mark Rothko

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Mark Rothko sagt über Kunst: „Ein Bild lebt durch die Gesellschaft eines sensiblen Betrachters, in dessen Bewusstsein es sich entfaltet und ausweitet. Die Reaktion des Betrachters kann aber auch tödlich sein.“ Für Mark Rothko (19031970) ist nicht der Mensch Maß des Raums, sondern der Raum Maß des Menschen. Malerei soll etwas Eindrucksvolles, Ergreifendes schaffen. Seine Bilder haben eine so neutrale Oberfläche wie irgend möglich, der Betrachter schaut sich das Bild nicht einfach an, er will in es eintreten. Kunst betrachtet Rothko, der erst als Erwachsener mit ihr in Berührung kommt, als Moralist und Humanist, nicht als Ästhet. (aus dem Katalog) cofin Dresden und New York und spielt auf einem Violoncello von Joseph filius Andrea Guarneri von 1712.

Es ist vielleicht das sinnlichste Bild der ganzen Ausstellung. Dagegen stand nur die Stimmung bei Munch und die Konstruktion von Klee. Ich finde es sehr musikalisch, wie es singt und schwingt und klingt. Für mich sieht es aus wie ein Celloklang, nicht wie ein Geigenton, richtig tief und voll. Ich glaube, es war eine musikalische Entscheidung, da hat mich wohl mein Beruf beeinflusst. Und es hat das schönste Blau. Das Schöne bei Rothko ist, dass es völlig überrascht. Es gibt keine Referenzen, man kann nicht sagen: Es sieht aus wie…, das ist wie in der Musik bei Hugo Wolf. Die ist auch einzigartig. Rothko ist New Yorker, ich lebe auch in New York. Jetzt hängt sein Bild in Berlin, meiner Geburtsstadt, und ich lebe in New York - das ist mein persönlicher Bezug zu diesem Bild. Er ist vielleicht das schönste Beispiel für einen amerikanischen Maler. Künstler, die in Großstädten leben, malen oft sinnlich, ohne dass es sentimental wird. Außerdem sind die amerikanischen Künstler oft nicht so explizit im Sinnlichen wie Matisse mit seiner „Odaliske mit Tamburin“, das ist ja reiner Sex. Mehr möchte ich über das Bild nicht sagen, denn wenn man zu viel über ein Bild erzählt, macht man es kaputt. cof

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