Was Rekordspenden der Tagesspiegel-Leser bewirkten : Eine halbe Million Euro Hilfe

Noch nie haben Leserinnen und Leser des Tagesspiegels so viel für die Weihnachtsaktion „Menschen helfen!“ überwiesen wie im vergangenen Jahr. Die Spenden haben vielen Bedürftigen in Berlin und Brandenburg sowie Opfern des Taifuns auf den Philippinen geholfen. Wir stellen einige Projekte vor.

von
Miteinander. Kleine Spende, große Wirkung: In der Keramikwerkstatt des Vereins Schutzhülle e.V. in Adlershof lässt sich so manche Sorge wegtöpfern. Wer allein ist, wird aufgefangen. Auch Flüchtlingskinder saßen bei den Frauen auf dem Schoß. Jetzt plant Projektleiterin Sybille Schumann (stehend) Inklusionskurse – dank der Leserspenden.
Miteinander. Kleine Spende, große Wirkung: In der Keramikwerkstatt des Vereins Schutzhülle e.V. in Adlershof lässt sich so manche...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Es war eine Spendenrunde der Rekorde: Exakt 249 667,95 Euro konnte der Spendenverein des Tagesspiegels nach der Weihnachtsaktion 2013/2014 von „Menschen helfen!“ Anfang April allein an die 51 gemeinnützigen soziale Vereine und Ehrenamtsinitiativen in Berlin und Brandenburg ausschütten. Das war mehr als bei der Vorjahresaktion, als 246 000 Euro zusammengekommen waren. Dass unsere Leserinnen und Leser so viel Geld für das soziale Berlin spendeten, hatte niemand zu hoffen gewagt. Denn kurz vor dem Start der Weihnachtsaktion 2013/14 zum ersten Advent hatte der schlimme Taifun über den Philippinen gewütet, so dass wir die Aktion „Menschen helfen!“ knapp drei Wochen vorgezogen hatten. Für die Opfer der Unwetterkatastrophe waren dank der Leser zuvor bereits 256 981,63 Euro für das „Bündnis Entwicklung hilft“ zusammengekommen: Insgesamt also rund eine halbe Million Euro. Bevor unsere diesjährige Aktion „Menschen helfen!“ 2014/15 zum ersten Advent startet, will der Tagesspiegel seinen Lesern einen Eindruck davon verschaffen, was die 506 649,58 Euro Rekordspenden der vorigen Runde in diesem Jahr schon so alles Wertvolles für Obdachlose und Flüchtlinge, für arme Familien und missbrauchte Frauen, für sterbenskranke Kinder oder auch Menschen mit Behinderungen bewegen konnten.

KLEINE PROJEKTE GROSS IM KIEZ

Wenn man mit Sybille Schumann von „Schutzhülle e.V.“ spricht, hört man ihre Begeisterung heraus. In den Räumen in Treptow-Köpenick konnten seit Frühsommer immer rund 60 Frauen auch dank des neuen Keramikbrennofens mehr Selbstvertrauen und neue Motivation erlangen: 1500 Euro kamen vom Spendenverein, ein wenig Geld legte der Verein drauf. Beim Töpfern kommen alle ins Gespräch, helfen sich dann gegenseitig bei Trennungen, bei Drogenproblemen, Krankheiten oder Schwierigkeiten mit Partner oder Kind. Eine Frau fand im Verein sogar Arbeit, und es konnten Kurse für benachteiligte Kinder angeboten werden. „Auch Flüchtlinge konnten wir willkommen heißen, die Spende war fantastisch“, sagt Schurmann. Fürs nächste Jahr plant sie ein Integrationsprojekt.

Füreinander. Die Ärztin Dr. Monika Wulf von der Malteser Migranten Medizin behandelt im St.-Gertrauden-Krankenhaus in Schöneberg – ehrenamtlich.
Füreinander. Die Ärztin Dr. Monika Wulf von der Malteser Migranten Medizin behandelt im St.-Gertrauden-Krankenhaus in Schöneberg –...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

„Wir möchten uns für die Geräte ganz herzlich bedanken“, hat der Sportclub Wohnstättenwerk Neukölln e.V. geschrieben – und ein Foto beigelegt vom Laufband und Rudergerät (3196,49 Euro) – und alle haben unterschrieben.

GROSSE POLITIK IM KLEINEN

Die Malteser Migranten Medizin ist für Menschen in Berlin da, die nicht krankenversichert sind: gestrauchelte Selbstständige, Gescheiterte – und auch immer mehr Menschen aus den neuen EU-Ländern. „Fast 70 Prozent unserer behandelten Obdachlosen sind männlich, darunter sind viele polenstämmige sowie Menschen aus Ungarn und Letten“, sagt Malteser-Fundraiserin Katrin Göhler. Viele Patienten bräuchten einfache Brücken, um wieder richtig essen zu können. Die weiblichen Obdachlosen kommen vor allem in die gynäkologische Sprechstunde, meist wegen einer Schwangerschaft. „Die Schicksale der oft minderjährigen Frauen gehen unseren ehrenamtlichen Ärzten in der Praxis immer besonders nah“, sagt Göhler. Die 10 000 Euro Spenden der Leser wurden vielfach für Entbindungen sowie für Impfstoffe etwa gegen Grippe genutzt. „Wir sind sehr dankbar, dass der Tagesspiegel unsere Einrichtung so verlässlich unterstützt“, sagt Göhler.

UND NOCH VIEL MEHR

Das Deutsche Rote Kreuz schrieb, „wir haben das Glück, hochmotivierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zu haben“ – dank 8000 Euro Tagesspiegel-Spenden konnten die Helfer vom Frühchen-Patenschaftsprojekt eine Aufwandsentschädigung erhalten. Der Humanistische Verband dankte dafür, nun den so wichtigen Medikamentenkühlschrank in der Arztpraxis im Tagestreff für Wohnungslose und Bedürftige „Mut zur Nachbarschaft“ in der Weitlingstraße in Lichtenberg nutzen zu können. Die „Neuhland Kinderwohngruppe“ kann jetzt mit einem Kleinbus Ausflüge machen.

„Wir bedanken uns für die Berücksichtigung bei der Spendenvergabe, die maßgeblich zur Schaffung der materiellen Basis der Betreuungsarbeit beigetragen hat!“, heißt es im Bilanzschreiben vom „Klik – Kontaktladen für junge Menschen auf der Straße“. 10 000 Euro für Strom, Miete und BSR sicherten die Betreuung von rund 300 junge Menschen. Allen Lesern einen herzlichen Dank.

Jetzt geht die neue Aktion los - mit einem Soulbenefizkonzert in der Werkstatt der Kulturen der Welt.

DAS SPENDENKONTO 2014/15
Spenden an: Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Konto 250 030942. Bitte Namen und Anschrift für den Beleg notieren. BIC: BELADEBE,

IBAN: DE43 1005 0000 0250 0309 42

DER SPENDENVEREIN

Im Tagesspiegel-Spendenverein engagieren sich Mitarbeiter aus verschiedenen Verlagsabteilungen und je auch ein Auszubildender – einige übers ganze Jahr.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben