Berlin : Wasser in Sicht

Stiftung Denkmalschutz Berlin übernimmt das historische Stadtbad Oderberger Straße

-

Für das Stadtbad Oderberger Straße ist Wasser in Sicht. Die denkmalgeschützte Anlage, 1986 wegen eines lecken Beckens trockengelegt und in den letzten Jahren wegen seiner imposanten Architektur nur noch als Kulisse für Ausstellungen. Partys und Premieren genutzt, wurde jetzt für 100 000 Euro an die Stiftung Denkmalschutz Berlin verkauft. Dies bestätigte gestern Helmut Engel, Geschäftsführer der Stiftung und ehemals langjähriger Landeskonservator von Berlin.

Bisheriger Eigentümer war eine aus einer Bürgerinitiative hervorgegangene Genossenschaft, die das über 100 Jahre alte Bad in Prenzlauer Berg 2002 aus Landesbesitz übernommen hatte und nach einer Sanierung wieder dem eigentlichen Zweck zuführen wollte. Gut fünf Millionen Euro waren der Genossenschaft als Landeszuschuss in Aussicht gestellt worden, unerfüllte Bedingung blieb aber, dass ein Finanzierungskonzept samt Bankbürgschaft geliefert würde. Denn es blieben knapp 13 Millionen Euro, die private Investoren hätten aufbringen müssen.

Die Stiftung Denkmalschutz, mit deren Hilfe schon das Brandenburger Tor saniert wurde und die sich auch beim Strandbad Wannsee engagiert, unterzeichnete bereits vor einem halben Jahr mit der Genossenschaft eine Vereinbarung zur Sanierung des Stadtbades mit dem Ziel, es 2008 wieder für den Badebetrieb zu öffnen. Die weiteren Verhandlungen führten nun zum Verkauf an die Stiftung, die nach Engels Angaben selbst rund fünf Millionen Euro in den Bau stecken will, dessen Verfall durch den langen Leerstand „rapide zugenommen“ habe. Erst kürzlich sei mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer über das Bad gesprochen worden.

Aktuell sind noch immer die schon Mitte 2006 geknüpften Kontakte zu der Gesellschaft Lebenswege, die unter anderem Wohnprojekte für Behinderte betreibt und ebenfalls in das neue Nutzungskonzept eingebunden werden soll. Den eigentlichen Badebetrieb aber will die Stiftung an die Firma Kannewischer als Betreiber übergeben, von ihr sollen auch die fehlenen Millionen kommen. Das Schweizer Unternehmen betreibt neben zahlreichen Bädern auch die Heiltherme in Bad Kissingen und die Spreewaldtherme in Burg. ac

0 Kommentare

Neuester Kommentar