Berlin : Wasser…

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Von David Ensikat

Man kommt sich ja ganz lächerlich vor, so trockenen Fußes. Oben scheint die Sonne, unten plätschert die Spree, und dazwischen reden alle über die Fluten der Elbe. „Fürchterlich!“, „Katastrophal!“, „Ein Grauen!“, sagen die Leute. „Was kann man nur tun?“ – „Runterfahren! Sand schaufeln! Stullen schmieren!“ „Nein, geht nicht, die Bahn fährt ja nicht hin, und mit dem Auto macht man das Klima kaputt und damit alles noch viel schlimmer.“ „Geld spenden!“ „Gut, Geld spenden.“

Dann hat man die Überweisungsdinger ausgefüllt, und dann steht man da. Darf man sich jetzt über die Sonne freuen und ans Blumengießen denken? Blumengießen…

Darf man in die Sternwarte gehen und dem Meteoriten „2002 NY 40“ beim An-der-Erde-Vorbeisausen zugucken (heute in der Sternwarte am Insulaner, 21 Uhr)? Man findet den im Augenblick im Sternbild des Wassermannes. Wassermann…

Darf man fragen, was sich die Hartzkommission für den Arbeitsmarkt so ausgedacht hat? Das „Instrument des Job-Floater“ zum Beispiel. Job-Floater…

Darf man zum Hackeschen Markt gehen und das „Wunder von Berlin“ bestaunen? Da hat ein Künstler Schläuche in einem Eschenahornbaum verlegt und lässt es aus dem Baum herausregnen. Wasser…

Auf den Brücken stehen die Leute und wundern sich über den Tiefstand der Spree.

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