Wasserqualität : Havel ist wieder sauber

Kolibakterien sind auf dem Rückzug. Die Badewarnung wurde an fünf von sechs Badestellen wieder aufgehoben. Doch die Wassertemperatur steigt - und im gleichen Tempo wächst die Algenplage.

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Fußwarm. Die Temperaturen in den Seen liegen jetzt bei 20 bis 24 Grad. Das beschleunigt das Algenwachstum. Foto: dapd Foto: dapd
Fußwarm. Die Temperaturen in den Seen liegen jetzt bei 20 bis 24 Grad. Das beschleunigt das Algenwachstum. Foto: dapdFoto: dapd

Das Baden in der Berliner Unterhavel ist wieder weitgehend ohne Bedenken möglich. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales hat die Badewarnung für fünf der sechs Badestellen aufgehoben. Entwarnung also für die Badestellen Grunewaldturm, Lieper Bucht, Radfahrerwiese, Großes Fenster und Breitehorn. Nur an der Kleinen Badewiese gibt es weiterhin kein sauberes Wasser. „Diese Badestelle genügt für die gesamte Badesaison nicht den Qualitätsanforderungen“, teilte das Landesamt mit.

Am Grunewaldturm war die Konzentration von 2200 Kolibakterien pro 100 Milliliter Wasser auf 210 gesunken, an der Radfahrerwiese lag der Wert bei 61. Üblich sind Werte zwischen 15 und 30 Bakterien. Der Grenzwert liegt nach der geltenden EU-Richtlinie bei 1800. Für die Kleine Badewiese werden derzeit keine Werte veröffentlicht. Diese Badestelle könnte nach Ende der Saison ihre offizielle Anerkennung verlieren, weil sie seit Jahren erhöhte Werte bei Kolibakterien und Blaualgen aufweist. Baden gehen wäre weiter möglich, aber nur auf eigenes Risiko.

Die erhöhte Bakterienkonzentration ist Folge eines Fäkalienteppichs, der in der vergangenen Woche auf der Unteren Havel entdeckt worden war. Die Polizei ermittelt derzeit, ob die Fäkalien aus einem illegal entleerten Schiffstank stammen. An den Potsdamer Badestellen blieb die Konzentration von Kolibakterien nach dem Fäkalienfund unterhalb der Grenzwerte.

In den Berliner und Brandenburger Seen ist die Wassertemperatur inzwischen auf 20 bis 24 Grad angestiegen. Das beschleunigt die Algenblüte. An drei Seen im Landkreis Oberhavel wird inzwischen vor Blaualgen gewarnt: Großer und Kleiner Wentowsee in Zehndenick und Moderfitzsee in Fürstenberg. Wer anfällig ist für allergische Reaktionen, sollte hier nicht baden gehen. Eine offizielle Warnung gibt es aber nicht. Die Sichttiefe liegt hier bei 30 Zentimetern.

Die offiziellen Badegewässer in Berlin und Brandenburg haben derzeit eine „ausgezeichnete bis gute Wasserqualität“, trotz der starken Niederschläge im Juli, die Pflanzenreste und tierische Exkremente hineinspülten. Blaualgen kommen bereits an einigen Stellen in Massen vor, aber bislang wurden zumindest in Berlin keine bakteriellen „Toxine“, also Giftstoffe, im Wasser entdeckt, die Reizungen der Schleimhäute oder Durchfall auslösen können.

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