Berlin : Wasserratten sollen Bäder managen

Saisonstart in Lübars, Tegel und Plötzensee zum Monatsende? Noch wird über Details verhandelt

Matthias Oloew

Für die Strandbäder Lübars, Tegel und Plötzensee sind noch keine Pachtverträge unterschrieben. Bäder-Vorstand Klaus Lipinsky sagt, es seien noch Details zu verhandeln, in den nächsten Tagen werde man mit den Pächtern aber handelseinig sein. „Dann könnten die drei Bäder am Monatsende öffnen“, sagt Lipinsky.

Die Bäderbetriebe wollen sämtliche Freibäder in ihrem Bestand (das sind im Unterschied zu den Sommerbädern Badestellen an natürlichen Seen) mit Ausnahme des Strandbads Wannsee an private Betreiber verpachten. Das Bad am Plötzensee werde, so Lipinsky, an einen Geschäftsmann vergeben, der zugesagt habe, auch in die Sanierung des Bades zu investieren. Das Bad Lübars soll an den Verein „Berliner Wasserratten“ vergeben werden, wahrscheinlich auch das Bad am Tegeler See. Um die Bäder in Eigenregie weiter zu führen, fehlt den Bäderbetrieben das nötige Personal.

Das nötige Geld fehlt, um das Strandbad Wannsee einschließlich des Restaurants „Lido“ zu renovieren. Helmut Engel, Geschäftsführer der Stiftung Denkmalschutz, bedauert, dass es bisher nicht möglich gewesen sei, eine Einigung zwischen der Stiftung, dem Senat und den Bäderbetrieben zu erzielen. Auf zwei bis 2,2 Millionen Euro beziffert Engel die Kosten für eine bauliche Instandsetzung des Restaurants. „Meine Prognose ist: Spätestens in zehn Jahren ist das Lido so verrottet, dass es unrettbar kaputt ist“, sagt Engel. Eine Instandsetzung bis zum Wannsee-Jubiläum 2007 sei nicht mehr zu schaffen.

Sportsenator Klaus Böger (SPD) nahm anlässlich der offiziellen Eröffnung der Sommersaison die Bäderbetriebe (deren Aufsichtsratsvorsitzender er ist) vor Kritik in Schutz: „Wir werden die Sanierung des Restaurants Lido in Angriff nehmen, wenn ein neuer Betreiber gefunden ist.“ Die Suche danach zieht sich jedoch seit Jahren hin. Immer wieder sprangen Bewerber ab. „Alle schreckten vor den hohen Sanierungskosten zurück“, erklärt Lipinsky. Die sollen vom Pächter getragen werden.

Was die Sanierung der anderen Gebäude des Strandbads Wannsee angeht, ist Engel hingegen optimistisch: „Damit werden wir bis zu Stichtag 8. Mai 2007 fertig.“ So habe die Stiftung ihren Beitrag zur Sanierung geleistet.

Unterdessen hat sich Moabit eine Interessengemeinschaft gebildet, die das seit 2002 stillgelegte Sommerbad Poststadion wieder beleben will. Damals geschlossen, weil niemand die Sanierungskosten tragen konnte, ist es inzwischen aus der Liste der Bäder gestrichen, die laut Bäderanstaltsgesetz betrieben werden müssen.

Gefeiert wird am morgigen Freitag jedoch im Sommerbad Kreuzberg (Prinzenbad). Am 19. Mai vor fünfzig Jahren wurde es eröffnet. Aus diesem Anlass gilt in diesem Bad am Freitag ein Sonder-Eintrittspreis. „Wir laden unsere Kunden ein, für 50 Cent schwimmen zu gehen“, sagt Bäderchef Lipinsky. Regulär kostet eine nicht ermäßigte Eintrittskarte vier Euro. In der Cafeteria des Schwimmbads werden Speisen und Getränke mit 50 Prozent Rabatt verkauft und für die ersten 650 Badegäste gibt es an diesem Tag ein Los zu einer Tombola. Das Prinzenbad öffnet um sieben Uhr, letzter Einlass ist um 18 Uhr.

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