Wasserspiele : Fast alle Brünnlein fließen

Bald sprudeln wieder mehr als 100 Wasserspiele. Doch für einige werden noch Sponsoren gesucht.

Christoph Stollowsky

Berlin - Höchste Zeit, dass etwas fließt. In den vergangenen Tagen wurde geschrubbt und abgespritzt, Putzkolonnen fielen über Berlins Brunnen her und holten sie aus dem Winterschlaf. Überall blüht und zwitschert es bereits – fehlt noch das Plätschern der Brunnen, um die Frühlingsgefühle komplett zu machen. In dieser Woche beginnt die Saison der Wasserspiele. Premiere ist am Montag am Anton-Saefkow-Platz in Lichtenberg, wo Punkt 10 Uhr ein neu geschaffenes Fontänenfeld mit Plansche angestellt wird. Im Verlauf der Woche heißt es dann „Wasser Marsch“ bei Berlins prominenten Brunnen wie dem Wasserklops am Breitscheidplatz, dem Kreuzberger Wasserfall, dem Neptunbrunnen vorm Roten Rathaus, dem Märchenbrunnen im Friedrichshain oder den Fontänen am Pariser Platz.

Es sprudelt bald wieder auf etlichen Plätzen, weil Sponsoren viel Geld fließen lassen. Vor allem die Stadtmöblierer der Wall AG und die Außenwerber der Firma Ströer sorgen traditionell dafür, dass für viele Brunnen der Hahn aufgedreht werden kann. Wall bezahlt Reinigung und Betrieb von mehr als 80 Brunnen der Stadt – vom Charlottenburger Wasserklops bis zur großen Fontäne auf dem Viktoria-Luise-Platz in Schöneberg. Ströer nimmt sich vorrangig der Wasserspiele im Ostteil an. Die Firma sponsert beispielsweise den Brunnen der Völkerfreundschaft auf dem Alex, den Neptunbrunnen, die Überlaufsteine im Lustgarten am Berliner Dom, aber auch das Fontänenfeld vor dem Kanzleramt.

Ohne diese Förderer blieben die meisten der in Gang gebrachten etwa 100 Brunnen auf dem Trockenen. Die Bezirke erklären schon seit Jahren, angesichts der Finanznöte könne man die Wasserspiele nicht mehr bezahlen. Allerdings reichen auch die Sponsorengelder keineswegs für alle der mehr als 300 Brunnen der Stadt, weshalb weitere Brunnenpaten gesucht werden. So teilte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit, etliche kleinere Brunnenanlagen könnten „aus haushaltstechnischen Gründen“ nicht mehr betrieben werden. Hinzu kommt, dass der lange und harte Winter offenbar Schäden an Becken und Technik angerichtet hat. Deshalb könne man die Brunnen ab 1. April nur nach und nach in Gang bringen, schreibt das Bezirksamt. Zu den ersten Kandidaten gehören die Wasserspiele im Volkspark Friedrichshain, die Fontäne am Strausberger Platz und der Wasserfall in der Wolfsschlucht des Viktoriaparks. Spätestens bis Mitte April sollen aber alle dafür vorgesehenen Brunnen in Friedrichshain und Kreuzberg wieder fließen.

Vor dem Europa-Center rückte ein ganzes Reinigungsteam an, um den 1983 von Joachim Schmettau und Susanne Wehland geschaffenen Weltkugelbrunnen „Wasserklops“ von Kalk und Schmutz zu befreien. Über Leitern kletterten die Reiniger auf die Etagen und rubbelten auch die originellen Paradiesfiguren ab: das Liebespaar, das böse Tier oder Harry, den Schweizer. Am Charlottenburger Ernst-Reuter-Platz wurde zudem die gesamte, dort besonders komplizierte Technik der großen Fontäne überprüft. Sie ist windgesteuert. Bei starken Böen reguliert ein Windmesser automatisch die Höhe der Fontäne, damit das Wasser nicht auf die Fahrbahn spritzt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben