Wasserstraße : Reeder fordern Öffnung des Landwehrkanals

Berlins Reedereien sind empört darüber, dass der Landwehrkanal seit über einer Woche gesperrt ist. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte den Kanal wegen kippeliger Bäume geschlossen, Anwohner verhindern seitdem deren Fällung.

Reedereien Landwehrkanal
Protest auf dem Kanal: Berlins Reedereien sind von der Sperrung des Landwehrkanals schwer betroffen. -Foto: ddp

BerlinDie Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin und die betroffenen Reedereien haben die sofortige Öffnung des Landwehrkanals für Ausflugsschiffe gefordert. Nach über einer Woche Sperrung sei eine Lösung "mehr als überfällig", sagte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Berlin hatte den Kanal am 23. Juni wegen einer Gefährdung durch drei umsturzgefährdete Linden für den Schiffsverkehr komplett gesperrt. Eine Fällung der ersten von rund 40 Bäumen scheiterte bislang aber am Widerstand von Anwohnern.

Die beliebten Brückenfahrten durch Spree und Landwehrkanal dürften nicht länger an einigen wenigen, nicht mehr standfesten Bäumen scheitern, sagte Wiesenhütter. Die anhaltende Sperrung der Wasserstraße schade dem Berlin-Tourismus nachhaltig und führe bei den Schifffahrtsunternehmen zu erheblichen Verlusten. Das "Bäumchen-wechsel-dich-Spiel" der Behörden müsse daher endlich ein Ende finden. Weder Straßen noch Eisenbahnstrecken blieben wegen einzelner wackelnder Bäume so lange gesperrt.

Nach Angaben des Geschäftsführers des Reederverbandes der Berliner Personenschifffahrt, Ingo Gersbeck, kostet jeder Tag Sperrung die Reedereien 60.000 Euro. Zudem seien rund 500 Arbeitsplätze gefährdet, davon 200 bei den Reedereien. Der Geschäftsführer der Stern- und Kreisschifffahrt, Jürgen Loch, betonte, der Landwehrkanal sei eines der touristischen Highlights in Berlin. (mit ddp)

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