Berlin : Wedding: Gleise auf der "Bernauer"

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Ende 2003 sollen die ersten Straßenbahnen über die verlängerte Linie 20 über die Eberswalder und die Bernauer Straße bis zum Nordbahnhof rollen - vorausgesetzt, das Projekt fällt nicht dem Sparprogramm zum Opfer. Denn nach jüngsten Ideen sollen keine Straßenbahnstrecken mehr gebaut werden. Die nördliche Innenstadt erhielte mit der rund 45 Millionen Mark teuren Straßenbahnerweiterung allerdings eine neue, wichtige Ost-West-Verbindung. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung stellte jetzt auf einer Veranstaltung des Verkehrsforums Details der Pläne vor.

Bis zu 20 000 Fahrgäste könnten die Verbindung nach den Berechnungen der Verkehrsplaner in Zukunft täglich nutzen. Sie führt über den "inneren Stadtring" und soll eine Verbindung zwischen Wedding, Mitte, Prenzlauer Berg und Friedrichshain schaffen. Langfristig werden Erweiterungen bis zum Lehrter Bahnhof und - am anderen Ende der Linie - von der Warschauer Straße bis zum Hermannplatz erwogen. Derzeit ist das Projekt nach Angaben von Verkehrsplaner Wolfgang Trosien noch im Planungsstadium. In diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren beginnen. Der eigentliche Bau könnte sich wegen eines Abwasserdruckkanals unter den Straßen verzögern

der wahrscheinlich verlegt werden muss. Die Arbeiten selbst sollen etwa ein Jahr dauern. Die 1,9 Kilometer lange Strecke soll in zwei Bauabschnitten entstehen, der erste erstreckt sich vom Jahn-Park bis zur Strelitzer Straße, der zweite von dort bis zum Nordbahnhof. Autos werden auf zwei bis drei Spuren neben und zwischen den Gleisen fahren können. Die mittlere Spur wäre ein Novum in der Stadt. Sie ist für Linksabbieger gedacht. Es soll verhindert werden, dass Abbieger auf den Gleisen warten müssen. Allerdings wird es auch sehr enge Stellen geben, an denen Straßenbahnen und Lkw nicht aneinander vorbei kommen. Stau solle dort durch spezielle Ampelschaltungen verhindert werden, sagte Trosien.

Ursprünglich hatten die Planer vor, die Eberswalder und die Bernauer Straße in den Mauerstreifen hinein zu verbreitern. Weil die Grundstücke bebaut werden sollen, wird daraus aber nichts. Deshalb fallen in dem Straßenzug auch rund 300 Parkplätze weg. Sie sollen in den umliegenden Straßen dadurch neu entstehen, dass Parkhäfen geschaffen werden. Anwohner äußerten Befürchtungen vor zusätzlichen Lärm- und Verkehrsbelastung. Trosien verwies auf Berechnungen, wonach viele Autofahrer auf die neue Straßenbahn umsteigen werden.

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