Berlin : Wedding: Stadtrat will Grüne verlassen

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Nach anhaltenden Unstimmigkeiten mit der Weddinger Grünen-Fraktion und der Partei im Bezirk beabsichtigt der grüne Jugendstadtrat Rainer Sauter bei den Grünen auszutreten. "Ich überlege, politisch woanders weiterzumachen", sagte er gestern. Wann er eine Entscheidung treffen werde, könne er nicht aber noch nicht sagen. Als Motiv nannte der Stadtrat eine generelle Unzufriedenheit mit grüner Sozial- und Jugendpolitik und Konflikte mit den Weddinger Grünen. Sie hätten ihn "von Anfang an nicht unterstützt". Das Klima zwischem dem Amtsinhaber, Fraktion und Bezirksgruppe ist seit Jahren belastet.

Die eigene BVV-Fraktion wirft Sauter vor, grüne Interessen im Bezirksamt schlecht vertreten zu haben. Unter Sauter seien viele "Jugendprojekte kaputt gegangen", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mukkades Sahin. Zentraler Streitpunkt zwischen Fraktion und Sauter war die Finanzierung des Kinderbauernhofs an der Luxemburger Straße. Die Fraktion hatte die Forderung der Kinderfarm von 253 000 Mark für das Jahr 2000 unterstützt, das Bezirksamt 190 000 Mark bewilligt. Frau Sahin sagte, die Ankündigung sei keine Überraschung, sie sei nicht die erste.

Der Jugendstadtrat ist noch bis zum Ende des Jahres im Amt, danach nimmt das neue Bezirksamt des Fusionsbezirks Wedding/Tiergarten/Mitte seine Arbeit auf. Es soll am 5. Oktober gewählt werden. Die Grünen werden darin einen Stadtrat stellen. Sauter ist dafür nicht vorgesehen. Wen die Grünen nominieren, soll heute Abend entschieden werden.

Die Sprecherin des grünen Landesverbandes Regina Michalik sprach gestern, von langjährigen und "vehementen Meinungsverschiedenheiten", die bis heute nicht bereinigt seien. Michalik will sich demnächst mit dem Stadtrat zu einem Gespräch treffen. Der 53-jährige gelernte Industriekaufmann und Pädagoge ist seit 1981 Mitglied bei den Grünen.

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