Berlin : Weder Macho noch Pantoffelheld

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Nimmt mit dem Alter die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung zu? Vor 18 Jahren wurde Rainhard Fendrich mit dem Ohrwurm „Macho, Macho“ berühmt, inzwischen singt der Österreicher den „Pantoffelhelden Blues“. Gestern stellte er seine neue CD „Hier + Jetzt“ im Nobelrestaurant Borchardt in Mitte vor. Und betonte, dass der Pantoffelhelden-Blues auf dem Album nicht von ihm selbst handele: „Man muss einem Künstler schon Fantasie zugestehen. Agatha Christie hat doch auch keine Menschen umgebracht.“ Das Album sei vielleicht nicht besser als seine Vorgänger, aber zumindest vielseitiger, sagt Fendrich: „Von Funk bis Rock, von Lyrik bis Wiener Cabaret habe ich alles drauf.“ Auch die österreichische Antwort auf The Who: Der Song „Mei Tscheneräischen“ ist eine „Hymne auf meine Generation – also auf diejenigen, die heute Überstunden machen, um ihren Kindern überteuerte Robbie-Williams-Karten zu finanzieren“. Dass der 50-Jährige bei der CD-Vorstellung annähernd Hochdeutsch sprach, verdankt er wohl dem Einfluss seiner Berliner Freundin Ina Nadine Wagler . Die ist Musical-Sängerin und wird mit Fendrich Ende Juni bei den Luisenburg-Festspielen nahe Wunsiedel auftreten. „Kiss Me, Kate!“ heißt die Produktion, bei der beide eine Hauptrolle spielen. Ob die Proben dafür zu Hause am Frühstückstisch stattfinden? „Auf keinen Fall. Beruf und Privates werden wir strikt trennen.“ sle

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