Berlin : Weg frei für Radler

Auch die Heinrich-Heine-Straße hat jetzt einen Radstreifen auf der Fahrbahn

Klaus Kurpjuweit

Radfahren ist wieder ein bisschen sicherer geworden. Auf der Heinrich-Heine- Straße in Mitte übergab Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) gestern einen neuen Radstreifen auf der Fahrbahn, auf dem die Radler gut sichtbar für die daneben fahrenden Autos sind. So sollen Unfälle vermieden werden. Radstreifen sollen, wo immer es möglich ist, herkömmliche Radwege auf Gehwegen ersetzen. Die Heinrich-Heine- Straße ist die zwanzigste Berliner Straße, die in den vergangenen vier Jahren einen Radstreifen erhalten hat. In Berlin gibt es rund 600 Kilometer Radwege, hinzu kommen über 60 Kilometer Radstreifen. Weitere 409 Kilometer sollen in den kommenden Jahren hinzu kommen, vorwiegend in der Innenstadt.

Die Radstreifen werden fast nur auf Hauptstraßen angelegt. Eine Autospur falle dafür nur weg, wenn es für die Autos Alternativstrecken gebe, sagte Heribert Guggenthaler, der für die Planung und Gestaltung von Straßen und Plätzen zuständig ist. Auf Nebenstraßen, auf denen zudem meist Tempo 30 gelte, seien sie nicht erforderlich. Nur bei Kopfsteinpflaster versuche man, den Weg für Radler durch einen etwa zwei Meter breiten Asphaltstreifen komfortabler zu machen.

Weitgehend durch Nebenstraßen führen auch die Fahrradrouten, deren Einrichtung der Senat bereits 1995 beschlossen hatte. Vom Schloßplatz ausgehend soll ein Stern von zwölf Strecken zur Stadtgrenze führen, die durch acht querlaufende Routen miteinander verknüpft sind. Hinzu kommen drei Fernradwege – unter anderem nach Usedom – sowie der Mauerradweg. Etwa 70 Prozent dieser Routen sind nach Angaben der Verwaltung inzwischen gut befahrbar. In diesem Jahr soll auch die Verbindung von Mitte nach Wannsee komplett beschildert werden.

Auf den Bau von herkömmlichen Radwegen könne man aber nicht komplett verzichten, so Guggenthaler. Geplant sind sie unter anderen beim Umbau der Bernauer Straße in Wedding. Fünf Millionen Euro pro Jahr stehen für das Radprogramm bereit. Doch das Geld reicht nicht einmal für die Unterhaltung der bestehenden Wege, die, wie an der Yorckstraße in Kreuzberg, längst zu Löcherpisten geworden sind. Anderswo wachsen Radwege einfach zu, weil das Grün nicht mehr gestutzt wird.

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