Berlin : Weg ist weg

Lothar Heinke trauert über den hohen Preis f&

Die viel diskutierte Bratwurstbude am Holocaust-Mahnmal hat ihren Preis. Gestern kreischten erbarmungslose Motorsägen am Rand des Stelenfeldes – ein Dutzend Bäume, schlanke, kräftige und sogar geschützte Linden fielen im Morgenrot. Mein Freund, der Baum...

Dabei hat alles seine amtliche Ordnung. Das Gelände zwischen den Wohnblocks an der Wilhelmstraße und der Cora-Berliner-Straße ist, nachdem die Wohnungsbaugesellschaft Mitte das Filetstück an eine private Grundstücksgesellschaft verscherbelt hatte, Bauland. Und da dürfen die Besitzer offensichtlich schalten und walten, wie es ihnen beliebt.

Schließlich sollen dadurch die Bedürfnisse unserer lieben Mahnmals-Touristen gestillt werden: mit einem lang gestreckten Pavillon, in dem eine kleine Konditorei, der berühmte Bratwurststand, Andenken-, Buchläden und WC den Ort „attraktiver“ machen sollen. Die Herrschaften haben es eilig, sicher wollen auch sie ihren Beitrag zur Fußball-WM leisten. Dabei hätten Bezirk und Senat darauf dringen müssen, dass die Bäume stehen bleiben und umbaut werden. Zu spät: Mein Freund ist tot.

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