Berlin : Wegen Amokfahrt in Psychiatrie eingewiesen

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Ein 24-jähriger Amokfahrer, der am 16. Oktober vorigen Jahres in Spandau eine Spaziergängerin totgefahren hatte, ist am Mittwoch vom Landgericht freigesprochen worden. Der aus Hessen stammende Lehrling könne wegen seiner Psychose mit Wahnvorstellungen nicht bestraft werden. Der Mann wird nun in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Vorsitzende Richterin Angelika Dietrich sprach von einer Tragödie, die Leid über viele Menschen gebracht habe.

Der Angeklagte hatte an jenem Morgen die Mutter von drei Schulkindern mit dem Auto erfasst und durch die Luft geschleudert. Sie starb am selben Tag an den schweren Kopfverletzungen. Anschließend hatte der Lehrling in der kleinen Straße einen Müllwagen gerammt. Die Müllwerker konnten sich vor dem Auto retten. Mehrfach hatte er auch das Fahrzeug einer weiteren Frau angefahren. Sie war ausgestiegen und hatte sich in Todesangst zwischen ihrem Auto und einem Zaun verschanzt. Die Amokfahrt endete, nachdem der Mann gegen einen Poller gefahren war. Er ging zu seinem in der Nähe lebenden Vater und wurde verhaftet. Der Angeklagte wollte nicht töten, sagte die Richterin. Er habe sich gejagt und gemobbt gefühlt. Bilder seien ihm durch den Kopf geschossen, als die Spaziergängerin in seinen Weg geraten sei. Kurz vor dem Unglück hatte der Angeklagte mit seinem Vater über seine Gedankenwelt gesprochen. Einen Arztbesuch hatte er abgelehnt. Seine Bitte, im Haus des Vaters bleiben zu dürfen, wurde ausgeschlagen, der Vater mache sich große Vorwürfe. Das sind Schicksalsschläge, die man nicht voraussehen könne, sagte die Richterin. dpa

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