Berlin : Wegen Millionenkosten liegt der Weiterbau auf Eis

CD

Noch aus den 80er Jahren stammt die Idee von Bezirkspolitikern für durchgehende Wanderwege um die fünf Grunewaldseen, verwirklicht sind die Pläne bisher aber nur teilweise. Jetzt brachte Wilmersdorfs Grünen-Fraktion das Thema mit einer Anfrage in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wieder ins Gespräch. Gestern befasste sich auch der Bauausschuss damit. Doch mangels Geld, so CDU-Baustadtrat Alexander Straßmeir, ist eine Komplettierung der Wege nicht absehbar: "Allein der Kauf der privaten Grundstücke würde 17 Millionen Mark kosten." Die nötigen Flächen sind insgesamt 8500 Quadratmeter groß. Der Bau der Wege würde laut Straßmeir zusätzliche vier Millionen Mark erfordern. Die Grünen schlugen gestern vor, jenes Geld für den Ausbau zu verwenden, das der Bezirk als Ausgleichszahlung von der Gasag für gasgeschädigte Bäume erhält.

Am Dianasee wurden bisher 280 Meter Uferwanderweg angelegt, 400 weitere Meter stehen bisher nur auf dem Papier. Am Halensee wurden zwar 560 Meter Weg gebaut, aber es fehlen noch 460. Am Herthasee sind die Planungen dagegen schon fast komplett umgesetzt. Dort gibt es einen 210 Meter langen Weg, lediglich 33 Meter sind noch nicht gebaut. Gut spazieren lässt es sich auch am Hubertussee, wo der Weg auf 730 von 754 vorgesehenen Metern fertig ist, sowie am Koenigssee (515 von 550 Metern).

Die einzigen bereitstehenden Mittel, 100 000 Mark aus dem Etat zur Grünflächen-Unterhaltung, fließen jetzt in Reparaturen des Wegs am Hubertussee. Für die nächsten Jahre ist geplant, den Weg am Halensee im Bereich nahe der Trabener Straße am nördlichen Ufer weiterzubauen. Finanzieren möchte Baustadtrat Straßmeir dies durch Grün-Ausgleichsgelder der Deutschen Bahn. Zu deren Zahlung ist die Bahn wegen eines geplanten Streckenbaus in Richtung Charlottenburg verpflichtet. Allerdings erwartet Straßmeir den Baubeginn erst zwischen 2002 und 2004. Bis dahin muss auch der Wegebau aufgeschoben werden.

Die Grünen sind dafür, Stege zu errichten, um die Wege an einem Teil der Privatgrundstücke vorbeizuführen. Das aber lehnt Straßmeir ab - aus ökologischen Gründen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben