Berlin : Wegen Staugefahr nur in Gruppen über die Fußgängerampel

Baustelle Prenzlauer Promenade: Anwohner üben für die Umleitung

Laura Platt

Seit gestern Abend um 18 Uhr ist die Prenzlauer Promenade in Pankow stadteinwärts dicht. Stadtauswärts ist sie nur noch einspurig befahrbar. Wie berichtet wird die wichtige Verbindungsstraße zwischen dem Stadtzentrum und dem Autobahnring ab Montag neu gestaltet und verbessert, Radwege sollen angelegt und durchgehende Baumreihen gepflanzt werden. Auch die Gleiskörper der Straßenbahn erhalten neuen Glanz. Die Bauarbeiten sollen bis zum August 2005 anhalten. Etwa zwei Jahre lang wird der Verkehr also durch die Anwohner- und Anliegerstraßen Elsa-Brändström-Straße und Neumannstraße umgeleitet werden.

Doch was wird aus den Anwohnern? Die sind nur teilweise vorbereitet: Viele wissen noch gar nichts von den bevorstehenden Bauarbeiten. Andere nehmen es gelassen. „Zum Glück gibt’s hier viele Fußgängerampeln“, sagt Annette Behnke, die vor drei Jahren an die Neumannstraße gezogen ist. Doch genau dort sieht Wilfried Mahler, Sozialpädagoge an der Kurt-Tucholsky-Oberschule, die Gefahr. Die Gesamtschule liegt an der Neumannstraße und die Schüler, die die Straße überqueren wollen, verursachen durch das viele Drücken des Ampelknopfs den gefürchteten Stau. Deshalb hat sich Mahler jetzt auch „Ampelanweisungen“ ausgedacht. „ Ich werde mich für eine Woche an die Fußgängerampel stellen und den Kids zeigen, wie man Staus verhindert“, sagt Mahler. Das geht nämlich so: Überqueren viele einzelne Kinder die Straße, müssen viele Autos oft stehen bleiben und schon staut es sich. Gruppieren sich die Schüler und gehen geschlossen, müssen die Autos auch seltener halten. So einfach. „Erst sammeln, dann drücken“, rät der Pädagoge.

Reinhard Sölter, Polizist beim Verkehrswarndienst, warnt vor allem in der Anlaufphase vor Engpässen. Gerade in den Abendstunden des Sonntages, zwischen 16 und 19 Uhr, wenn der Rückverkehr stadteinwärts einsetzt, sowie montagmorgens zum Berufsverkehr rechnet er mit Verkehrsbehinderungen. Ob dann die „Ampelanweisungen“ von Wilfried Mahler gegen die Staus helfen, bleibt abzuwarten.

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