Weggehen in Berlin : Gegen tanzende Fische

Aquarien in Clubs sind beliebt. Dabei ist das nicht artgerecht. Unser Autor findet: Fische haben in Diskotheken nichts zu suchen.

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„Fische gehören nicht in eine Konzertbar“, sagt eine Peta-Expertin. Unser Autor sieht das auch so.
„Fische gehören nicht in eine Konzertbar“, sagt eine Peta-Expertin. Unser Autor sieht das auch so.Foto: REUTERS

Die Berliner Clubszene kann in der Berliner Innenstadt kaum noch artgerecht gehalten werden. Massive Konflikte mit schlafgestörten Nachbarn, unappetitliche Hinterlassenschaften alkoholgeschädigter Partylöwen, man kennt das. Überhaupt führen die wenig kompatiblen Lebensweisen nacht- und tagaktiver Zweibeiner immer wieder zu heftigen Revierstreitigkeiten, die irgendwann vor Gericht landen. Am Ende ziehen die an hochfrequente Technobeschallung und sauerstoffarme Clubatmosphäre angepassten Männchen und Weibchen immer den Kürzeren.

Schon vor Jahren zog der Club White Trash Fast Food deswegen von Mitte nach Treptow, in eine spärlich besiedelte Gegend. Alles lief gut, die Clubpopulation erholte sich, zwar ging das White Trash vor Kurzem pleite, aber sowas erschüttert die Szene nicht ernsthaft. Die Party kann mit neuen Investoren weitergehen, dachten die Betreiber. Bis sich die Tierschutzorganisation Peta meldete und aller Welt erklärte, dass das Halten von Menschen in Clubs artgerecht möglich sei, nicht aber das Halten von Fischen.

Im White Trash gibt es ein Aquarium. Warum, weiß man nicht, wahrscheinlich hilft die Fischbetrachtung beim Abbau des Innenohrsummtons nach einer hohen Dosis Dancefloor-Musik. Fische sind stumm, ziehen unbeeindruckt ihre Kreise. Da lässt sich gut chillen.

Von wegen. Homo sapiens sapiens ist mal wieder völlig einseitig und falsch informiert. Peta sagt: „Fische verfügen über ein Innenohr, in dem sich Otolithen (Gehörsteinchen) und Sinneszellen befinden. Durch Schallwellen geraten die Otolithen in Bewegung und leiten den Schall über die Sinneshärchen an das Gehirn weiter. “ Goldfische können laut Peta klassische Musik von Bach oder Strawinsky voneinander unterscheiden. Australische Rifffische würden sogar im Chor singen.

„Fische gehören nicht in eine Konzertbar“, sagt eine Peta-Expertin. Sie seien dort immensem Stress ausgesetzt. Menschen eigentlich auch, aber die schädigen sich eben freiwillig. Peta hat recht.

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