Berlin : Weggelaufener Elefant: Auf Tour

Jörn Hasselmann

Ein ausgebüxter Elefant hat gestern zwei Stunden lang auf der Mittelinsel des Jakob-Kaiser-Platzes die Autofahrer verwirrt. Das ausgewachsene Tier war gegen 14.15 Uhr während der Vorstellung aus seinem Gehege im Zirkus "Barelli" entkommen und mehrere Kilometer durch die Kleingartenkolonie zum Heckerdamm gelaufen. Dort wechselte es dann auf den Kurt-Schumacher-Damm und lief auf der Fahrbahn bis zum Jakob-Kaiser-Platz weiter. Dann wusste der Elefant offensichtlich nicht mehr weiter: Er blieb auf der Mittelinsel stehen. "Der rückt und rührt sich nicht und lässt nicht mit sich reden", sagte ein Polizist. Ein Großaufgebot der Polizei sicherte den Platz. Der Verkehr konnte aber weiter fließen, da der Elefant keine Anstalten machte, zu fliehen oder gar aggressiv wirkte. Erst gegen 16.30 Uhr gelang es den Zirkus-Pflegern, das 19 Jahre alte Tier in einen Transportwagen zu locken. Der Elefant konnte ausbrechen, weil ein Besucher angeblich ein Gatter geöffnet hatte, sagte die Tochter des Zirkusdirektors. Zerstört sei das Freigehege nicht gewesen. Der Zirkus gastiert auf dem Zentralen Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm.

Der weggelaufene Elefant gilt als sanftmütiges Tier. Deshalb trägt er den Namen Baby. "Wir haben auch ganz andere Tiere, wenn die ausgebrochen wären, wäre die Hölle los gewesen in Berlin", sagte die Spreherin von "Barelli". Sie sagte, der Elefant sei wohl frei gelassen worden, als die Pfleger in der Mittagspause gewesen seien. Von 10 bis 12 Uhr ist bei Barelli täglich Tierschau, die Vorstellungen beginnen erst am Nachmittag. Besucher der Tierschau können aber nach Ende der offiziellen Zeit bei den Tieren bleiben. Auch gestern seien einige Jugendliche da gewesen.

Das Einfangen habe so lange gedauert, weil zunächst ein Falschparker abgeschleppt werden musste, der dem Zirkuswagen die Fahrt versperrte. In ein anderen Lastwagen wäre das Tier nicht gestiegen, hieß es beim Zirkus. Rüsseltiere seien eben eigensinnig.

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