Berlin : Weihnachten wächst in den Herzen Familiengottesdienst in der Kirche

„Zum Guten Hirten“

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„Schön, dass ihr alle aus dem Bett gefunden habt“, sagte Pfarrer Manfred Moll zu den jungen Besuchern des Familiengottesdienstes in der evangelischen Kirche „Zum Guten Hirten“ am FriedrichWilhelm-Platz. Der Friedenauer Pfarrer trug Alltagskluft – so wollte er wohl den Mädchen und Jungen näher sein, die vor ihm auf den Bänken des neugotischen Backsteinbaues saßen. „Selbst der Himmel stimmt uns auf Weihnachten ein“, sagte er über den ersten Schnee am Morgen und ließ dann ein Lied über die Vorfreude der Christen auf den nahenden Herrn singen, um auf Weihnachten einzustimmen. Auf das Fest, das „manchmal gar nicht wachsen will in unseren Herzen“. Damit es in ihren Herzen wachse, hatte der Pfarrer Mädchen und Jungen seiner Konfirmandengruppe zum Gottesdienst am vierten Advent gebeten, sich jeweils in die Gestalt der Weihnachtsgeschichte zu versetzen, die ihnen am wichtigsten erscheine.

Der Friedenauer Josef trug eine Brille und einen Anorak. „Ohne mich wäre Jesus nicht auf der Welt“, sagte er selbstbewusst. „Ohne meinen Befehl, sich schätzen zu lassen, wären Maria und Josef nicht nach Bethlehem gegangen“, behauptet sich ein blondes Mädchen als Kaiser Augustus. Letztlich kamen sich alle in ihrer gewählten biblischen Gestalt als die Wichtigste vor – die schwarzhaarige Maria, der Jesus mit dem keckem Haarwirbel, der langmähnige Engel oder der lockenschopfige Gott selbst. „Ich finde das ganz toll“, lobte der Pfarrer, „jeder von euch hat was Richtiges gesagt.“ Es sei doch jeder wichtig und habe eine Würde – so wie auch die Herbergswirtin von Maria und Josef. „Ohne mich hätten sie keinen Platz zum Schlafen gehabt“, sagt sie stolz, obwohl sie in der Weihnachtsgeschichte anonym bleibt. Wie sie finde darin jeder von uns seine Rolle und seine Würde. So erklärte der Pfarrer den unzerstörbaren Zauber des Festes, das alle Jahre wieder die Kirchen fülle. hema

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