Weihnachtsbäume : Nur Reste zum Schluss

Weihnachtsbäume werden knapp Die Nachfrage war diesmal größer als das Angebot.

Rainer W. During

In Berlin werden die Weihnachtsbäume knapp. Wer bis heute mit dem Kauf der Tanne oder Fichte gewartet hat, wird wohl Abstriche machen müssen. „Manche Händler haben nur noch wenige Exemplare“, sagt Burkhard Brand vom Tannen-Paradies. „Es könnte knapp werden“, hieß es auch bei Pflanzen-Kölle im Havelpark Dallgow. Denn die Dänen als klassischer Lieferant haben die Produktion erheblich gedrosselt, weil sie mit den Tannen nicht mehr so viel Geld verdienen können. In Deutschland gezüchtete Bäume können die Lücke nicht völlig schließen. Zudem haben sich viele Händler offenbar verkalkuliert, sagt Baumverkäufer Burkhard Brand. „In diesem Jahr gibt es erstmals eine deutliche Unterdeckung.“

Im Havelpark waren die Bäume am Dienstag ab 9,99 Euro zu haben. Bei OBI am Waidmannsluster Damm gab es die Nordmanntanne zum Aktionspreis von 6,99 Euro. Auch hier wurden die Bestände schon knapp, nur noch eine Palette mit 100 Bäumen hatte der Verkäufer in Reserve. Bei Bauhaus an den Spandauer Freiheitswiesen gab es noch 400 meist größere Bäume, 1300 waren schon verkauft. „Die Leute geben in diesem Jahr mehr Geld aus, gefragt ist Spitzenqualität“, sagt Filialleiter Jan-Dierk Meyer. Renner bei den Berlinern, so berichten die Verkäufer übereinstimmend, bleibt die Nordmanntanne.

Trotz der Konkurrenz der Baumärkte mit ihren Schnäppchenpreisen kann der Einzelhandel in diesem Jahr wieder punkten, sagt Burkhard Brand. Er betreibt acht Verkaufsplätze unter anderem an der Masurenallee vor den Messehallen, am Kreuzberger Prinzenbad und am Tierpark Friedrichsfelde. Gab es vor 30 Jahren noch 600 bis 700 Weihnachtsbaumhändler in Berlin, sind es heute nur noch um die 150. „Wer nur ein paar 100 Bäume am Straßenrand verkauft, schafft es nicht, kostendeckend zu arbeiten“, sagt der Fachmann. Rund 20 bis 30 Euro müsse der Kunde für einen Qualitätsbaum ausgeben, 40 bis 50 für ein größeres Exemplar, sagt Brand. In Ländern wie Großbritannien oder Irland werde der dreifache Preis verlangt.

Rund 300 000 Tannen und Fichten werden jährlich in Berlin verkauft – bei rund 1,9 Millionen Haushalten. So hat die Metropole die wohl geringste Weihnachtsbaumdichte deutscher Großstädte, schätzt Burkhard Brand. Das liegt nach seiner Meinung nicht nur am hohen Anteil von Singles und alten Menschen, sondern auch an den Studenten und Multi-Kulti-Paaren. Rainer W. During

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