Weihnachtsmarkt : Segen und Sägen

In Charlottenburg wird der Weihnachtsmarkt aufgebaut, Unter den Linden brennt bald Festbeleuchtung.

Marc Röhlig
Einzugsbereit. Tommy Erbe (rechts) und Dieter Piroth bringen das Holzensemble in die richtige Position. Foto: Kai-Uwe Heinrich
Einzugsbereit. Tommy Erbe (rechts) und Dieter Piroth bringen das Holzensemble in die richtige Position. Foto: Kai-Uwe Heinrich

Die Jungfrau Maria schwebt gleich einem Engel in die Krippe. Zumindest beinahe: Mit einem Gabelstapler wird die Marienfigur passgenau neben dem Krippenkind abgelassen, zurechtgerückt und festgeschraubt. Um die 300 Kilo sei die Dame schwer – „massives Eichenholz“, sagt Dieter Piroth und streicht über das Haupt der Figur. Piroth ist Holzkünstler und hat für den Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg nach eigenen Angaben das größte Krippenensemble der Stadt geschnitzt. Die Figuren seien „in der Szene“ ziemlich einmalig. Und die Szene ist überschaubar, denn Piroth „schnitzt“ mit der Motorsäge.

Die Krippe ist nicht die einzige Besonderheit, mit der der nostalgische Weihnachtsmarkt vor der Hohenzollernresidenz aufwartet. In seiner sechsten Auflage bietet der Markt erneut einen königlichen Weihnachtsmarkt für Kinder mit historischen Karussells, Luftschaukel und Kettenflieger und einem extra restaurierten Oldtimerkarussell. Die Veranstalter legen dabei Wert auf Atmosphäre: Schieß- und Rummelplatzbuden haben keinen Platz vor dem Schloss.

Insgesamt können die Besucher vom 26. November an bis zum 2. Weihnachtsfeiertag rund 130 Hütten und Kunsthandwerksstände besuchen. Geboten werden Schmuck, Mode, Antiquitäten, sowie natürlich weihnachtliche Geschenke. Vor dem Ehrenhof des Schlosses werden beheizte Pagoden aufgestellt. Sie bieten Platz für Kunsthandwerker aus aller Welt sowie für ein Pagodenrestaurant mit Blick auf die Front des Schlosses Charlottenburg. Auch der Tagesspiegel wird hier wie in den Vorjahren mit einem Adventszelt vertreten sein; darin werden exklusive Produkte aus dem Tagesspiegel-Shop angeboten. Die „Engel des Lichts“ – eine kleine Tradition auf dem Weihnachtsmarkt – werden in diesem Jahr aus Kiew kommen. Die Engel wandeln allabendlich mit Kerzenglaslaternen über den Platz. Sechs junge Frauen aus der Ukraine sind in diesem Jahr dabei.

Eröffnet wird der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg am Montag, 26. November, um 14 Uhr. Die ganze Eleganz des Standorts können Besucher jedoch erst ab 18 Uhr erleben: Dann wird die Weihnachtsbeleuchtung der Schlossfassade eingeschaltet. Der Weihnachtsmarkt ist täglich bis 22 Uhr geöffnet.

Wer nicht so lange warten möchte, kann bereits an diesem Montag den ersten Weihnachtsglanz erleben: Um 17 Uhr wird Unter den Linden der Schalter umgelegt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Komiker Kurt Krömer werden die Adventsbeleuchtung einschalten. Zum ersten Mal werden nach den Probeläufen der vergangenen Tage insgesamt 220 Linden leuchten.

Bereits eröffnet ist die „Winterwelt“. Zum neunten Mal vermischt das Adventsdorf Winterattraktionen mit Weihnachtsständen. Als Attraktion ist am Potsdamer Platz auch in diesem Jahr eine Rodelbahn aufgebaut. Die Bahn ist zwölf Meter hoch und nach Angaben der Veranstalter mehr als 70 Meter lang – gerodelt wird mit großen Gummireifen, „Snowtubes“ genannt. Weihnachtsmotive haben die Veranstalter allerdings nicht aufgemalt.

Der Weihnachtsmarkt unter

www.wvdsc.de

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben