Berlin : Weihnachtswetter: "Netti" verspricht Schnee zum Fest

kf

Eine kleine Ewigkeit träumten wir bloß. Von einer weißen Weihnacht, verschneiten Bäumen und knirschenden Schritten im Schnee. Vierzehn Jahre lang blieb es in Berlin ein Traum, doch jetzt stehen die Chancen auf einen winterlichen Klassiker besser als lange zuvor. "Es kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen", sagt Thomas Globig vom Wetterdienst Meteofax. Er halte eine zehn Zentimeter hohe Schneedecke am Morgen des ersten Feiertages für "durchaus realistisch".

Zu verdanken wäre die weiße Weihnacht dem Zusammenspiel von Russlandtief Netti und dem Atlantiktief Maren. Es bringt nach Globigs Worten am Morgen des 24. Dezembers zunächst einmal "trübes, dunstiges Schmuddelwetter" mit etwa zwei Grad minus über die Stadt. Am frühen Nachmittag rechnen die Meteorologen dann mit dem ersten Niederschlag, anfangs wahrscheinlich noch feucht, später dann aber richtig dicke Flocken. Zum Kirchgang oder zur Bescherung, sagt Globig, sei die Stadt voraussichtlich mit einer frischen Schneedecke bedeckt. Und ab dem ersten Feiertag erwarte die Berliner dann eine "Winterlandschaft total".

Noch vor zwei Tagen hatte in Globigs Zunft zum Thema Festtags-Wetter weitgehend Ratlosigkeit geherrscht. Denn die Computer der Wetterstationen in ganz Europa zeigten für Weihnachten jeden Tag andere Berechnungen: mal Glätte, mal Regen, mal Schnee. Offenbar hatte der bislang so untypisch verlaufende Winter nicht nur die Natur, sondern auch die Rechner durcheinander gebracht. Am vergangenen Donnerstag schloss Globig in seiner Vorhersage deshalb eine weiße Weihnacht im klassischen Sinne noch "mit hoher Wahrscheinlichkeit" aus. Erst danach entschlossen sich Netti und Maren offenbar, gemeinsame Sache zu machen und den Meteorologen mit seiner Vorhersage gewissermaßen im Regen stehenzulassen.

An den letzten Klassiker - also einen Heiligabend in verschneiter Winterlandschaft - können sich die meisten kaum noch erinnern: 1986 lagen am 24. Dezember in Berlin 14 Zentimeter Schnee. Es war auch das Jahr, das der Stadt ihren letzten "richtigen Winter" beschwerte. Damals lag an 66 Tagen eine geschlossene Schneedecke über der Stadt, am 13. Januar reichte sie 23 Zentimeter hoch. Ob uns jetzt auch ein derart schneereicher Winter bevorsteht, können die Meteorologen derzeit nicht sagen, immerhin: "Die Modelle zeigen an, dass es bis zum Anfang des Jahres winterlich kalt bleibt", heißt es bei Meteofax. Aber wie bereits die Erfahrung der vergangenen zwei Tage gelehrt hätte: "Das kann sich jeden Moment wieder ändern."

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