• Weil mehr Bauten als geplant stehen bleiben, fühlen sich die Investoren über den Tisch gezogen

Berlin : Weil mehr Bauten als geplant stehen bleiben, fühlen sich die Investoren über den Tisch gezogen

CD

Das Tauziehen um die Finanzierung der geplanten Museumsräume der Berlinischen Galerie in der Kreuzberger Schultheiss-Brauerei geht weiter - und damit auch der Streit um das als Tauschgrundstück vorgesehene Studentendorf Schlachtensee. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses vertagte gestern mit der Mehrheit von SPD, Grünen und PDS die Abstimmung über einen Senatsbeschluss vom Dienstag. Nun kann erst in der nächsten Legislaturperiode entschieden werden. Außerhalb der Sitzung warf CDU-Kultursenator Peter Radunski der SPD vor, den Museumsstandort durch "dauernde Positionswechsel" zu gefährden.

Der Senat hatte beschlossen, das Studentendorf für 18 Millionen Mark an die Eigentümer des ehemaligen Schultheiss-Areals (Deutsche Bank, Realprojekt und Viterra) zu veräußern. Auf Druck von SPD-Stadtentwicklungssenator Peter Strieder sollen aber acht der denkmalgeschützten 50er-Jahre-Bauten erhalten werden - vier mehr als im Kaufvertrag vereinbart. Die zum Tausch vorgesehenen Museumsräume in Kreuzberg kosten jedoch 23,5 Millionen Mark. Deshalb sollen die fehlenden Millionen aus dem Kulturetat zugeschossen werden.

Die Investoren hatten den Senatsbeschluss zum Studentendorf als unwirtschaftlich abgelehnt. Sie planen dort Luxuswohnungen. Es sei "ein Unding", in letzter Minute Verträge zu ändern, so Sprecher Willo Göpel. Trotz der Vertagung im Ausschuss sieht er noch Chancen für die Ansiedlung der Berlinischen Galerie, wenn der Senat garantiere, alle Bau- und Planungskosten bis zur Entscheidung zu tragen. Wenigstens in einem waren sich gestern auch alle Fraktionen einig: Es müsse beim Museumsstandort in Kreuzberg bleiben.

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