Berlin : Wein: Ein neuer Veranstaltungsort wird ausprobiert

Zollernhof[am Sonnabend],Unter den Linden 36-38[am Sonnabend]

Die Veranstaltung ist etabliert, der Ort nicht: Wird der Zollernhof, das ZDF-Gebäude Unter den Linden 36-38, als Rahmen einer Weinpräsentation ebenso gut funktionieren, wie es das Palais am Festungsgraben jahrelang getan hat? Am Sonnabend abend wissen wir mehr, wenn die 95 Winzer des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) gegen 21 Uhr ihre Stände zusammenpacken. Die Voraussetzungen indessen sehen gut aus, zumal der Zollernhof erstmals auch die Möglichkeit bietet, zwischen den Weinproben etwas zu essen und so auch als unvorsichtiger Verkoster keinesfalls vorzeitig abzustürzen.

Der VDP - das ist praktisch die gesamte Elite des deutschen Weinbaus. Neue Mitglieder müssen sich jahrelang überprüfen lassen, und wer nachlässt, ist schnell wieder draußen. Doch die Flaschenkapsel mit dem rechtlich geschützten Traubenadler garantiert den Winzern Beachtung, verhilft ihnen zu höheren Preisen und zur Aufnahme auf die Weinkarten der besseren Restaurants. Knapp die Hälfte dieser Betriebe, renommierte Güter von Acham-Magin bis Haus Württemberg, stellt also morgen ihre aktuellen Weine in der Stadt vor, ein eindeutiges Zeichen dafür, dass Berlin, die Biermetropole, auf dem Weinmarkt eine immer größere Bedeutung gewinnt. Angekündigt sind rund 500 verschiedene Weine, naturgemäß überwiegend Rieslinge aus den Jahren 1998 und 1999, dazu Spätburgunder und Spezialitäten wie Muskateller, Rieslaner oder Lemberger.

Reizthema dieses Jahres sind die ersten Rheingauer Weine, die ab dem Jahrgang 1999 mit dem Segen des Gesetzgebers als "Erstes Gewächs" vermarktet werden dürfen. Diese Bezeichnung, angelehnt an den französischen "Grand Cru", ist ausschließlich Weinen aus besonders guten Lagen vorbehalten und mit strengen Anforderungen an Hektarertrag und Qualität verbunden. Nun müssen die Kunden entscheiden, ob sie den Preis dafür zahlen. bm

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