Berlin : Weiße Wäsche aus der neuen Haftanstalt

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Justizsenatorin Karin Schubert (SPD) hat gestern den Neubau einer Haftanstalt in Großbeeren verteidigt. Nur so könnten eine menschenwürdige Unterbringung und die Resozialisierung der Gefangenen gesichert werden, antwortete sie gestern auf eine Große Anfrage der Grünen im Abgeordnetenhaus. Das neue Gefängnis mit 650 Plätzen solle die Aufgabe übernehmen, „Strafgefangene mit Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren an Arbeitsformen heranzuführen, die denen in Freiheit entsprechen“.

Gedacht ist an Dienstleistungen wie das Catering für eine Fluggesellschaft oder die Wäscherei für Hotels. Erste Gespräche mit privaten Unternehmen hätten bereits stattgefunden. Schubert wies darauf hin, dass die Zahl der Berliner Gefangenen von 4100 (1994) auf jetzt 5300 gestiegen sei. Jährlich kämen drei Prozent hinzu. Berlin sei – selbst mit dem Neubau in Großbeeren – mit Haftplätzen schlechter ausgestattet als Hamburg. Auch mit Projekten zur Haftvermeidung („Arbeit statt Strafe“), vorzeitigen Entlassungen und Vollzugslockerungen sei dem Problem der Überbelegung auf Dauer nicht beizukommen. Die Grünen halten den Bau für überflüssig. za

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