Weiße Wonne : Am Wochenende geht’s raus zum Wintersport

Berlin für Alpinisten – die Chance gibt es nur jetzt.

Bojan Krstulovic

Der erste Schnee sorgt in Berlin regelmäßig für eine Revolution. Radfahrer müssen ihrer Freiheit abschwören und stapfen zur nächsten Haltestelle. Autofahrer sind vorsichtig, Fußgänger stehen unerwartet unter Schneeballbeschuss. So zwingt der Wintereinbruch zur Flexibilität. Die erst dünn vereisten Gewässer dürfen nach Auskunft der Wasserschutzpolizei keinesfalls betreten werden, aber es gibt viele andere Möglichkeiten, sich am Wochenende die Zeit zu vertreiben. Hier ein paar Ideen.

AUF GEWACHSTEN BRETTERN

Die Skigebiete in Brandenburg wie die Diehloer Berge bei Eisenhüttenstadt und das Skigebiet Bad Freienwalde haben noch nicht geöffnet und ihre Loipen sind noch nicht gespurt. Langläufer können sich daher besser auf den Berliner Pisten durch den bis zu zwanzig Zentimeter dicken Schneebelag arbeiten. Auf dem Tempelhofer Feld etwa kann man mit gut gewachsten Skiern auch ohne Spuren seine Runden drehen. Aber auch die Hasenheide in Neukölln bietet schöne Strecken. Genauso beliebt: der Schlosspark in Charlottenburg und der Treptower Park. Alpinisten können sich auch den Grunewalder Teufelsberg hinabstürzen, dem mit 115 Metern höchsten Berg der Stadt.

RODELN

So schön verschneit machen die Hügel der Stadt besonders Spaß. Während man im Kreuzberger Viktoriapark einige Hügel mit sanfter Steigung findet, eignen sich die beiden Bunkerberge im Volkspark Friedrichshain gut für wagemutige Rodler. Viel Platz bietet auch die Erhebung im Mauerpark. Am Sonntag können Eltern dort derweil auf dem Flohmarkt stöbern. Vielleicht findet sich ja auch noch ein schöner Schlitten.

SCHNEEMÄNNER BAUEN

Am Sonntag soll es wärmer werden und Temperaturen um den Gefrierpunkt geben. Dann klebt der Schnee, und die Berliner können einmal mehr ihre Kreativität beweisen. Eigenbrötler pflanzen ihre Schneefiguren auf abgelegene Parkflächen, Exhibitionisten finden auch vor dem Brandenburger Tor genug Rohmaterial zum Schneemannbau. Dank der fortdauernden Winterkälte wird der die nächsten Tage die Haltung bewahren. Es sei denn, man missbraucht ihn als Zielscheibe beim Schneeballwerfen.

SCHNEESCHIPPEN

Manche genießen die Arbeit im Freien. Andere wissen, dass sie die Kalorienwarnung in der Adventszeit nicht auf die leichte Schulter nehmen sollten. Wer 20 Minuten Schnee schippt, hat rund 200 Kilokalorien verbraucht – so viel wie ein Glas Glühwein an Energie hat. Also nicht meckern, sondern schaufeln und sich später guten Gewissens auf dem Weihnachtsmarkt ein dampfendes Glas geben lassen. Bojan Krstulovic

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben