Berlin : Weißensee: Polizeifreie Zone auf dem Stadtring

Otto Diederichs

Mitten in der sommerlichen Reisewelle könnte das Teilstück des Berliner Rings zwischen Weißensee und dem Autobahnzubringer Prenzlau für Verkehrsrowdies aller Art zum polizeifreien Paradies werden. In einem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt, hat der Verkehrsdienst der Direktion 1 im Norden Berlins dem Landesschutzpolizeiamt am Tempelhofer Damm vor drei Tagen mitgeteilt, dass dieser Autobahnabschnitt "ab sofort" nicht mehr bestreift werden könne, "da das vorhandene Kraftfahrzeug zum wiederholten Maße mit technischem Defekt in die Werkstatt gebracht werden musste". Damit erreicht die desolate Situation beim Fuhrpark der Berliner Polizei offenbar eine neue Qualität. Knapp 90 Prozent der Funkstreifenwagen der Berliner Polizei sind älter als fünf Jahre. Ihre jährliche Laufleistung liegt nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zwischen 60 000 und 120 000 Kilometern. Knapp 1000 des etwa 2800 Fahrzeuge umfassenden polizeilichen Fuhrparks sind so überaltert und reparaturanfällig, dass sie häufig mehr Zeit in der Werkstatt als im Streifendienst verbringen. Für Neuanschaffungen wären jedoch rund 74 Millionen Mark notwendig. Zur Verfügung stehen im diesem Jahr aber maximal noch 4,5 Millionen und auch dies nur theoretisch, denn die Freigabe hat das Berliner Abgeordnetenhaus vor der Sommerpause an die Vorlage eines tragfähigen Sanierungskonzeptes geknüpft.

Aufgrund der Nachfragen des Tagesspiegel und der Berliner Abendschau wurde kurzfristig ein anderes Fahrzeug repariert, das nun auf dem besagten Autobahnabschnitt des Stadtringes Streife fahren soll.

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