Berlin : Weißer Zucker, nein – dunkle Schokolade, ja

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WAS PASSIERT

Von Süßem nimmt man schnell zu, aber wieso ist das so? Folgendes passiert im Körper, wenn der Mensch etwas Zuckerhaltiges zu sich genommen hat. Durch die Magenwände gelangen die Zuckermoleküle ins Blut – und erhöhen den Blutzuckerspiegel . Normalerweise liegt der Blutzuckerspiegel des Menschen konstant bei einem gewissen Niveau pro Milliliter Blut. Dafür sorgt das Hormon Insulin , das ausgeschüttet wird, sobald der Blutzuckerspiegel steigt. Es verdrängt den Zucker aus dem Blut in die Zellen, wo er einerseits für Aktivitäten verbrannt, andererseits – bei Zuckerüberschuss – aber gleich auch in Fettdepots verwandelt wird. Die Gleichung lautet also: viel Zucker, viel Insulin, viel Fettspeicherung. Ein hoher Insulinspiegel hat aber noch einen anderen, recht unangenehmen Effekt: Er setzt einen Automatismus in Gang, der nicht nur die Zuckermoleküle speichern und in Fett verwandeln lässt – er schickt auch die mit dem Zucker aufgenommenen Fette sofort in die Depots. Im Umkehrschluss könnte gelten, so zumindest die Annahme einiger Wissenschaftler: Insulin „hält“ das Fett in den Zellen fest – ein konstant hoher Insulinspiegel könnte als indirekt auch dazu beitragen, die Fettverbrennung zu hemmen.

WAS HILFT

Helfen kann der in letzter Zeit viel zitierte Glykämische Index , der Lebensmitteln nach ihrer Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel einteilt. Weißer Zucker hat den höchsten Wert. Ernährungsexperten empfehlen, bestimmte kohlenhydrathaltige Nahrung einzuschränken – und zwar solche, die die Eigenschaft hat, den Blutzuckerspiegel besonders schnell in die Höhe zu jagen und somit eine besonders heftige Insulinreaktion auszulösen. Kohlenhydrate heißen jene Lebensmittel, die grundsätzlich aus Zuckerverbindungen bestehen – und zu ihnen gehören auch Nudeln, Brot, Reis und

Kartoffeln ! Experten empfehlen auch, ballaststoffreich zu essen, denn Ballaststoffe sind in der Lage, die Insulinreaktion des Körpers – und damit die Zucker- und Fettspeicherung – zu hemmen. Die einzig geeignete Schokolade zu Weihnachten ist also Schokolade mit einem Kakaogehalt von mindestens 70 Prozent. Denn in Kakao stecken eine Menge Ballaststoffe. Macht auch glücklich.

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