Berlin : Weißt du, wie viel Sternlein stehen?

Fünf und fünf plus: Berlin hat ein großes Angebot in den höchsten Hotel-Kategorien

Texte: Constance Frey[Juris Lempfert; Bernd Matthi]

Diese Zahlen sind einer Metropole würdig: Mit dem Ritz-Carlton und dem Marriott, die an diesem Wochenende am Potsdamer Platz eröffnen, verfügt Berlin nun über acht – im Folgenden vorgestellte – Fünf-Sterne-Plus-Hotels und neun Fünf-Sterne-Häuser ohne Plus. Die Doppel-Eröffnung kommt allerdings zu einem zwiespältigen Zeitpunkt. Zwar hat das letzte Quartal 2003 mit Zimmerauslastungen um 75 Prozent die Berliner Hoteliers wieder optimistisch gestimmt, doch ist der ruinöse Preiskampf längst nicht vorbei. Durchschnittlich wurden in den Vier- und Fünf-Sterne-Betrieben zuletzt 143 Euro pro Zimmer erlöst – das ist im internationalen Vergleich fast verschenkt: In London zahlt man durchschnittlich 349 Euro, in Paris 231 Euro und in Rom 210 Euro.

Niemand weiß genau, wie es weitergeht mit der Hotelstadt Berlin. Sicher ist nur, dass hier im Jahr 2007 etwa 80000 Hotelbetten auf Gäste warten werden, rund 11000 mehr als jetzt. Zu viel? Zu wenig? Eine der optimistischsten Analysen kommt von der Hamburger Unternehmensberatung GOP, die für den wahrscheinlichen Fall der weltweiten Konjunkturerholung die Zahl von 80000 als realistisch und wirtschaftlich ansieht. Diesen Optimismus teilen die Berliner Hotelchefs überwiegend nicht; sie registrieren sorgenvoll, dass immer neue Übernachtungs-Konzerne ihr Kommen ankündigen.

Dabei erfüllen die vorhandenen Hotels schon jetzt praktisch jeden Wunsch. In der Spitzengruppe gibt es das Adlon als Flaggschiff und Inbegriff des klassischen europäischen Luxushotels, um dessen Zielgruppe sich jetzt auch das Ritz-Carlton bemüht; Opfer dieses Streits in der Blattgold-Kategorie könnte das von vielen Stars besonders geschätzte Four Seasons sein. Die Preisfrage: Wird das Ritz-Carlton um das vorhandene Potenzial konkurrieren oder neue Gäste in die Stadt holen? Generalmanager Walter Junger glaubt an die zweite Variante.

Wenig besorgt ist man bislang im Grand Hyatt. Dieses Haus orientiert sich an den Vorlieben jüngerer, design-orientierter Gäste, die sonst nur noch im Grand Hotel Esplanade heimisch sind. Sehr gute Belegungszahlen hat nach wie vor auch das Bristol Kempinski, das den von der Luxushotellerie nahezu verlassenen Standpunkt Kurfürstendamm hochhält; eine ähnliche Funktion hat das konservative Westin Grand für die Friedrichstraße.

Texte: Constance Frey,

Juris Lempfert; Bernd Matthies;

Fotos:Kai-UweHeinrich,MikeWolff

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