Berlin : Weißwurst und Bananensplit 320 Gäste feierten die „Berliner Meisterköche“

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Die Weißwurst war der – höchst umstrittene – Star des Abends. Nicht etwa, weil sie nach 12 Uhr mittags serviert wurde, sondern weil sie mit püriertem Zander gefüllt war und auf gesäuerten Kartoffelstreifen lag. Carsten Rosener, der „Aufsteiger des Jahres“, hatte sie für die Gala der „Berliner Meisterköche“ am Sonntagabend in 320 Portionen angerichtet und damit eine herzhafte Kontroverse unter den Gästen im Ballsaal des Hotels Intercontinental ausgelöst. Doch noch während Fans und Skeptiker diskutierten, wurde der Hauptgang aufgetragen, Thomas Kammeiers Kalbstafelspitz mit PerigordTrüffeln und Kürbispüree – und der erwies sich als eindeutig mehrheitsfähig.

Wie auch immer: Dies war ein guter Jahrgang für die Meisterköche. Von Mal zu Mal geht die Veranstaltung präziser und konzentrierter über die Bühne, zumal, wenn die von der Jury gekürten Köche sich gut verstehen. „So ruhig wie diesmal war es noch nie in der Küche“, sagte Matthias Buchholz, der Vorjahressieger, der diesmal nur als Aushilfe im Einsatz war und schon alle Varianten erlebt hat. Dirk Güttes aus Potsdam steuerte ein Gänselebertörtchen mit Ribbecker Birne bei, und der Dessertspezialist Marian Radke versuchte sich erfolgreich daran, das ehrwürdige Bananensplit in die kulinarische Neuzeit zu stemmen.

Klaus Wowereit, der diese Veranstaltung nie auslässt, erschien wieder, bestens gelaunt, mit seinem Lebenspartner Jörn Kubicki. Gianni van Daalen, der ehemalige Adlon-Chef, flog eigens aus Moskau ein und traf auf seinen ehemaligen Küchenchef Karl-Heinz Hauser, Schulsenator Klaus Böger saß in Rufweite seines Staatssekretärs Thomas Härtel – allesamt begrüßt von Friedrich-Leopold von Stechow, dem Chef der „Partner für Berlin“. Diese Veranstaltung werde längst anderswo kopiert, sagte er, also müsse man auf dem richtigen Weg sein. Die Gäste widersprachen nicht. bm

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