Berlin : Weit hinten: Kottbusser Tor

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Hoher Ausländeranteil und steigende Armut - die Probleme am Kottbusser Tor sind kaum zu übersehen. Der Verfall der Gebäude aus den 70er Jahren schreitet voran, und die Polizei stuft den Platz als "gefährlichen Ort" ein. Das, was Soziologen und Stadtplaner "soziale Entmischung" nennen, ist hier besonders weit fortgeschritten: Nach dem Wegzug der Mittelschicht bleiben vor allem Menschen mit vielen Problemen und wenig Geld im Kiez, die sich ihren Wohnort nicht so frei wählen können. Dieses Phänomen gilt für alle Quartiere in Kreuzberg - sie rangieren bei der sozialen Lage auf den hintersten Plätzen des Sozialstrukturatlas. Neben Kreuzberg sind weitere vier Innenstadtbezirke von dem Problem betroffen. Sie leiden an einer starken Fluktuation der Bevölkerung - so ziehen mehr Menschen aus den Kiezen weg, als neue hinzukommen. Eine Ausnahme bildet hier Neukölln, wo sich im untersuchten Jahr 1998 überwiegend Ausländer eine Wohnung suchten. Neidisch dürfte manch ein Bezirkspolitiker aus den Innenstadtbezirken auf Spandau sein: Zwar hat sich der Zuzug in den grünen Westbezirk etwas verlangsamt, dennoch ist Spandau vor allem bei Umzüglern aus angrenzenden Bezirken beliebt.

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