Berlin : Weiter keine Klarheit über Immobilien-Fonds

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Bei den Immobilientöchtern der Bankgesellschaft, die dem Steuerzahler einen Milliardenschaden zu bescheren drohen, hat das neue Management immer noch keinen Überblick über Art und Ausmaß der Risiken. Dies erklärte die Geschäftsführerin der Fondsgesellschaft im Konzern, Gabriele von Ramin, vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Bankenaffäre. Das Land hatte sich vor kurzem verpflichtet, für Risiken aus dem Immobiliengeschäft der Bank mit über 21,6 Milliarden Euro zu bürgen. Die Ursache für die drohenden Verluste liegt nach Angaben des Beraters der Bankgesellschaft Heinz Gerlach darin, dass beim Erwerb von Fondsimmobilien „praktisch keine Prüfungen stattgefunden haben“. Da der Großeinkauf mit dem Segen von Wirtschaftsprüfern erfolgte, müsse „eine Vereinigung von Leuten“ eine frühzeitige Schadensbegrenzung verhindert haben.

Zu diesen Personen zählen nach Einschätzung des Beraters auch die Bankenvorstände, da sie als Aufsichtsräte Großeinkäufen ihrer Fondsgesellschaften zustimmten. Den Ex-Bankenchef Wolfgang Rupf belastete Gerlach schwer: Es sei „im höchsten Maße anrüchig“, dass Heimwerkermärkte von „Hornbach“ in die Bankenfonds gelangten. Rupf hielt bei der Firma Aufsichtsratsposten inne. Dubios sei auch der Erwerb von Seniorenheimen der Firma Proseniore. Diese hätten jahrelang keine Pacht bezahlt. Dennoch erwarben Fonds nach und nach über zwanzig Immobilien von der Firma. Der Schaden für den Steuerzahler entstand, weil die Bank Fondanlegern Einnahmen garantierte. Dafür muss das Land als Eigentümer der Bank nun geradestehen. Ralf Schönball

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