Berlin : Weiterer Künstler offenbarten sich und wollen zur Klärung des Falls beitragen

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Einen Tag nach Bekanntwerden des Korruptionsvorfalls im Kulturamt herrscht weiter große Aufregung. "Wir sind schockiert", beschreibt Kulturamtsleiterin Karin Geißler die Stimmung. Wie berichtet, soll sich über mehrere Jahre ein Mitarbeiter, der für sämtliche Kulturveranstaltungen zuständig war, in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Von Künstlern, die für Veranstaltungen engagiert wurden, verlangte er offenbar Beträge zwischen 100 und 500 Mark. Und einige davon hatten sich Kulturstadtrat Dirk Retzlaff (PDS) offenbart. Inzwischen hat sich gestern bei ihm ein weiterer Künstler gemeldet. Mit den Betroffenen hat der Stadtrat Stillschweigen über die Namen vereinbart. Er hofft, dass sich in den nächsten Tagen noch weitere Betroffene melden, die noch etwas zur Aufklärung des Falls beitragen wollen.

Zudem wird dem Mitarbeiter, der inzwischen vom Dienst suspendiert wurde und dem die fristlose Entlassung droht, Steuerhinterziehung vorgeworfen. Allein 1997 soll er für 38 Auftritte als Weihnachtsmann 32 000 Mark kassiert haben, ohne sie beim Finanzamt anzugeben. Laut Aussage von Kulturstadtrat Retzlaff handele es sich dabei um den Markt, der jährlich vor dem Kaufhof am Alexanderplatz stattfinde. Das Unternehmen betonte allerdings gestern auf Anfrage, dass es auf ihrem Markt keinen Weihnachtsmann gegeben hätte.

Schon vor zwei Jahren wurde im Köpenicker Bezirksamt ein Fall von Korruption bekannt. Zwei Bauleitern des Hochbauamtes wurde vorgeworfen, Geld für die Vermittlung öffentlicher Aufträge angenommen zu haben. Noch immer laufen die Ermittlungen, wie die Pressesprecherin der Senatsjustizverwaltung bestätigte. Wann der Fall zum Abschluss kommt, könne derzeit niemand sagen. "Sämtliche beschlagnahmte Akten werden derzeit ausgewertet."

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