Berlin : Welt-Aids-Tag: Spenden für das rote Band der Sympathie

Mit einer groß angelegten Spendenaktion hat am Freitag der Welt-Aids-Tag begonnen, dem am Wochenende zahlreiche Veranstaltungen folgen, um auf die Gefahr der Infektionskrankheit aufmerksam zu machen. Zahlreiche Prominente, darunter Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), Verkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) sowie die Grünen-Vorsitzende Renate Künast, verteilten in den Potsdamer Platz Arkaden rote Schleifen und sammelten Geld für die Berliner Aids-Hilfe.

Rund 700 freiwillige Helfer gingen gestern auf die Straße, um an diesem Wochenende Spenden in der Stadt zu sammeln. Ziel sei es laut Aids-Hilfe, die Spendensumme von 100 000 Mark aus dem vergangenen Jahr noch zu übertreffen.

Gesundheitssenatorin Gabriele Schöttler (SPD) erklärte, dass die zahlreichen Aids-Projekte bis 2005 finanziell abgesichert seien. "Diese Arbeit fördern wir weiter, trotz knapper Kassen. Es ist uns gelungen, die Finanzierung für die nächsten fünf Jahre zu sichern", sagte Frau Schöttler am Donnerstag. Am Mittwoch hatte der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses der Verlängerung des Vertrags mit dem Landesverband der Berliner Aids-Selbsthilfegruppen (LABAS) zugestimmt. Danach stehen für Beratung und Betreuung pro Jahr fünf Millionen Mark zur Verfügung.

Die Berliner Aids-Hilfe hat die verantwortlichen Politiker unterdessen aufgefordert, die Aufklärung über die Immunschwächekrankheit Aids unter Jugendlichen zu verstärken. Die Erfahrung im vergangenen Jahr zeige, dass unter den 500 Neuinfizierten in Berlin viele junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahre seien, sagte Vorstand Bernhard Bienieke. Ingesamt gebe es in Berlin derzeit etwa 11 000 HIV-Infizierte und Aids-Erkrankte. Die Aids-Hilfe stellte ein Aufklärungsvideo vor, das in den nächsten Wochen im Kino Cinemaxx am Potsdamer Platz und im Fernsehen gezeigt werden soll. Zusammen mit einer Plakataktion solle es zudem zu Spenden aufrufen.

Um die Beratungs- und Hilfsangebote auf dem Niveau vom Anfang der neunziger Jahre zu halten, müsse der Verein ein Viertel seiner Mittel, rund 500 000 Mark, aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanzieren, sagte Geschäftsführer Kai-Uwe Merkenich. Der Rest komme aus öffentlichen Geldern, die jedoch jährlich um neun Prozent gekürzt werden sollen.

Zu den Beratungsstellen der Berliner Aids-Hilfe kommen jährlich rund 11 000 Menschen, darunter 70 Prozent Männer. Die Hälfte aller Ratsuchenden seien Sozialhilfeempfänger, erklärte Merkenich. In dem Verein sind ingesamt 210 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter tätig.

Festlicher Höhepunkt der Aktionstage ist am Montag die zweite Benefiz-Gala unter dem Motto "Theater gegen Aids" im Friedrichstadtpalast. Beteiligt sind neben dem Hausensemble und zahlreichen Gastkünstlern auch das Ballett der Komischen Oper. Partner im Vorjahr war das Theater des Westens. Dabei ergab sich ein Reinerlös für die Aids-Hilfe von rund 100 000 Mark, sagte Intendant Alexander Iljinskij. Das Benefiz- und Spendengeld kommt diesmal drei Projekten der Berliner Aids-Hilfe zugute. Für die Aids-Gala sind noch Eintrittskarten erhältlich, sie kosten 40 Mark auf allen Plätzen und sind erhältlich unter der Telefonnummer 232 623 26.

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