Weltaidstag : 9200 Berliner an HIV oder Aids erkrankt

In Berlin leben 9200 an HIV oder Aids erkrankte Menschen. Allein 2008 haben sich 500 Personen neu infiziert. Insgesamt hat sich die Infektionsrate in Deutschland seit 2000 von 20 auf 33 Fälle pro einer Million Einwohner erhöht. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck warnte daher vor allem die Jugend vor Sorglosigkeit.

Aids
Weltaidstag. Trotz medizinischen Fortschritts kein Grund zur Sorglosigkeit.AFP

Berlin/PotsdamRund 9200 Menschen mit HIV oder Aids leben nach einer aktuellen Schätzung des Robert-Koch-Instituts derzeit in Berlin. Der weitaus größte Teil davon - etwa 6600 - sind homosexuelle Männer.  Die zweitgrößte Gruppe sind Drogennutzer: Schätzungsweise 1300 Betroffene haben das HI-Virus durch den Gebrauch verschmutzter Spritzen im Blut. 2008 steckten sich in der Hauptstadt vermutlich rund 500 Menschen neu mit dem Aidserreger an - fast 90 Prozent von ihnen sind homosexuelle Männer. Insgesamt kostete das HI-Virus seit Ausbruch der Epidemie Anfang der 1980er Jahre rund 4400 Menschen in Berlin das Leben.

Zum Welt-Aids-Tag am Montag hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) vor Sorglosigkeit gewarnt. Die steigende Zahl von HIV-Neuinfektionen zeige eine Verdrängung der Gefahren von Aids, betonte Platzeck.

Platzeck: Aufklärung ist beste Prävention

Gerade junge Leute meinten, der Krankheit sei der Stachel gezogen worden, weil Aids inzwischen durch Medikamente in seinem tödlichen Krankheitsverlauf aufgehalten werden kann. Dabei verdrängten sie jedoch, dass Aids trotz der Fortschritte in der Medizin eine gefährliche und schwere Krankheit sei. Deshalb bleibe es wichtig, die Aufklärung gerade bei Jugendlichen weiter zu verstärken. "Die beste Prävention ist Aufklärung, unterstrich der Regierungschef.

Platzeck appellierte zugleich an alle Bürger, Ausgrenzung und Stigmatisierung von Erkrankten nicht zuzulassen. Im Umgang mit den betroffenen Menschen und ihren Angehörigen zeige sich, wie solidarisch und menschlich die Gesellschaft sei. Seit 20 Jahren sei die rote Schleife äußeres Zeichen, um für Gesundheitsschutz zu werben, auf die ständig steigenden Neuinfektionen aufmerksam zu machen, sowie Solidarität mit den HIV-Infizierten zu zeigen.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sich in diesem Jahr in Brandenburg bereits 35 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. In den Vorjahren hatte die Zahl der Neuinfektionen knapp 30 betragen. Insgesamt leben derzeit etwa 375 Brandenburger mit HIV oder Aids, und 60 sind seit den 1980er Jahren daran gestorben. In Deutschland ist die Infektionsrate seit dem Jahr 2000 (20,5 Fälle pro einer Million Bürger) deutlich auf 33,5 neue Fälle pro einer Million Einwohner gestiegen. (bai/dpa/ddp)

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